Publizistik-Studium: Dein Türöffner in die Berufswelt? | Talto

Publizistik-Studium: Dein Türöffner in die Berufswelt?

Von Kerstin Wagner · Veröffentlicht am 06. April 2020

Zeitschriftenartikel, Essays oder Analysen – mit einem Publizistik-Studium stehen dir Massenmedien wie Internet, Radio, Fernsehen oder Zeitungen offen. Doch öffnet dir ein Abschluss in Publizistik auch die Türen in die Berufswelt? Unser Talto-Chancen-Check liefert dir alle Antworten.

Die Möglichkeiten zu beruflichen Verwirklichung sind vielfältig, denn im Studium lernst du alles über Medien: Von der Geschichte, der Struktur und Funktion, bis hin zu ihrer Wirkung. Aus diesem Grund erfreut sich das Publizistik-Studium großer Beliebtheit. Ein reines Publizistik-Studium wird in Österreich nur selten angeboten. An vielen Hochschulen wird es mit den Kommunikationswissenschaften, Medienwissenschaften oder Journalismus verknüpft.

Wo arbeitest du als Publizist*in?

Die meisten Publizist*innen finden einen Job im Bereich Medien und Journalistik. Dort arbeiten sie im Zeitungswesen, beim Radio oder Fernsehen oder in der Onlinebranche. Das Studium bereitet dich auch für eine Tätigkeit im Bereich Medienmanagement und Medienwissenschaft, in der Marktforschung oder im Marketing eines Verlages vor. Weitere Berufsmöglichkeiten ergeben sich im PR-Bereich. Als Publizist*in kannst du auch den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und eine PR-Agentur gründen. Darüber hinaus kannst du Firmen, Parteien oder Vereine in ihrer Öffentlichkeitsarbeit beraten. Wenn du lieber in die Forschung und Lehre möchtest, bieten sich Universitäten oder Forschungsinstitute an.

Laut einer Statistik der Universität Wien, arbeiten 12 % der Absolvent*innen drei Jahre nach dem Studienabschluss im Bereich Werbung und Marktforschung, 10 % in der Unternehmensführung und -beratung und 9 % im Verlagswesen. 3 % sind nach ihrem Studium selbstständig beschäftigt.

Beschäftigungssituation und Zukunftsprognosen

Grundsätzlich herrscht im Bereich Publizistik und Kommunikationswissenschaft die Problematik, dass neue ausgebildete Fachkräfte von Universitäten und Fachhochschulen auf den Arbeitsmarkt drängen, während sich Studierende um meist unbezahlte Praxissemester bemühen. Diese Entwicklung bestätigen auch die Zahlen des AMS: Mehr als 480 Absolvent*innen der Studienrichtung “Publizistik und Kommunikationswissenschaften” sind arbeitslos. Währenddessen verzeichnen die Massenstudien Jus und BWL mehr als 1.000 Arbeitslose Absolvent*innen.

Immer häufiger wird von einer mangelhaften Zukunft der Branche gesprochen, gibt es doch immer weniger Zeitungsleser*innen. Expert*innen sind allerdings der Meinung, dass dies lediglich zu einer Verlagerung der aktuellen Aktivitäten führt. Besonders der Bereich der Neuen Medien (z.B. Online-Redakteur*in mit Grafik- und Web-Design-Kenntnissen) verzeichnet einen Aufwärtstrend, der sich weiter fortsetzen wird. Gestützt wird dieser Trend durch die steigenden Ausgaben im Online-Marketing.

Als Publizistik-Absolvent*in musst du oft mit Talenten aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften konkurrieren. Betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikationen können dir daher einen enormen Wettbewerbsvorteil schaffen. Welche anderen Zusatzqualifikationen deinen Berufseinstieg erleichtern und wie viel du mit einem Publizistik-Abschluss verdienen kannst, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Berufseinstieg Publizistik: Volontariatsplätze sind heiß begehrt

Für deinen Berufseinstieg in der Medienbranche eignet sich vor allem das Volontariat. Fast 80 % aller Berufsanfänger*innen sammeln über einen Volontariatsplatz erste Berufserfahrungen. Volontariatsplätze sind heiß begehrt – vor allem dann, wenn sie ein festes Beschäftigungsverhältnis im Anschluss garantieren. Wenn keine Übernahme in Aussicht ist, zahlt sich das Volontariat trotzdem für dich aus. Meist durchläufst du verschiedene Abteilungen und sammelst wichtige praktische Erfahrungen. In der Suche nach heiß umkämpften Volontariatsstellen, spielen Tageszeitungen eine große Rolle, da sie mit Abstand die meisten Plätze anbieten. Auch Zeitschriften, Hörfunkstationen und Anzeigenblätter sind eine gute Anlaufstelle. 

Im Journalismus (teilweise auch in der Öffentlichkeitsarbeit und in anderen Bereichen) solltest du die Wirkung eines guten Rufes in der Branche nicht unterschätzen. Viele Publizistik-Student*innen spinnen sich daher mit Praktika & Co schon während des Studiums ein berufliches Netzwerk. Wenn du schnell als Freiberufler*in tätig werden möchtest, solltest du schon während des Studiums an eigenen Projekten arbeiten und wertvolle Kontakte knüpfen – diese sind in der Medienbranche Gold wert. Wie dich LinkedIn beim Aufbau deines Netzwerkes unterstützen kann, erfährst du hier

Österreichische Medienlandschaft und potenzielle Arbeitgeber

Im internationalen Vergleich ist die Medienlandschaft in Österreich höchst konzentriert. Das bedeutet, dass nur wenige Medien den Markt beherrschen. Die vier größten Medienhäuser in Österreich (gereiht nach ihrem Umsatz) sind der ORF, das Red Bull Media House, Media Print und die Styria Media Group. Auch Gratiszeitungen mischten in den letzten Jahren die Medienbranche auf. Sie sind vergleichsweise noch sehr jung, aber ihre engen Verflechtungen mit bereits am Markt bestehenden “Big Playern” eröffnen ein großes Potenzial.

Neben Medienhäusern, kommen nach deinem Studienabschluss auch Verlage, Softwarehäuser, Verbände, Behörden, Werbeunternehmen, Marktforschungsinstitute sowie Schulen, Universitäten und Fachhochschulen als potenzielle Arbeitgeber in Frage.

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich. Oft suchen nicht nur Radio, TV und Presse nach Spezialist*innen, sondern viele andere Unternehmen, die mit Kund*innen und anderen Unternehmen kommunizieren. Besonders die Trends “Social Networking” und “Positionierung der Arbeitgebermarke” im Web 2.0 verlangen mediale Multitalente.

 

 

 

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