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Hobbys im Lebenslauf: so geht’s richtig!

/ von Claudia Schröder
veröffentlicht am 18. Jänner 2021

Wenn man nicht gerade in der Arbeit sitzt, beschäftigt man sich gerne mit diversen Hobbys. Lesen, Schwimmen, Reisen – wollen das Arbeitgeber*innen wirklich wissen? Dieses Thema wird schnell zum Fettnäpfchen. Ob und wie du diese Info am besten in deiner Bewerbung verpackst, erfährst du hier.

Eine Priorität sind die Freizeitbeschäftigungen bei der Bewerbung nicht. Deshalb sollten sie eher gegen Ende des Lebenslaufes auftauchen. Hier erfüllen sie den Zweck, die Persönlichkeit von Bewerber*innen besser zu beschreiben und Arbeitgeber*innen ein etwas vollständigeres Bild der Kandidat*innen zu vermitteln. Allgemein gehaltene Hobbys wie Lesen, Schwimmen oder Reisen zu nennen, ist allerdings nicht sehr aufschlussreich, weshalb davon eher abzuraten ist. Vielmehr solltest du deine Interessen so anführen, dass du davon tatsächlich einen Vorteil erzielst. 

So vermeidest du unpräzise Formulierungen:

  • ✅ Fachbücher zum Thema Psychologie vs. ❌ Lesen
  • ✅ Porträts und Landschaften fotografieren vs. ❌ Fotografieren
  • ✅ Social Media (Bloggen, Instagram-Account betreiben) vs. ❌ Social Media
  • ✅ Work & Travel in Australien vs. ❌ Reisen

Rückschlüsse auf die Persönlichkeit

Potenzielle Arbeitgeber*innen könnten gewisse Rückschlüsse von verschiedenen Interessen auf den/die Bewerber*in ziehen – egal ob das so zutreffen mag oder nicht. Dass die Freizeitgestaltung zum Ausschlusskriterium wird, ist eher unwahrscheinlich, aber dennoch kann es sein, dass beim Bewerbungsgespräch noch einmal nachgehakt wird. Verbringt man seine Freizeit z.B. mit risikofreudigen Aktivitäten wie Fallschirmspringen oder Höhlentauchen, bewirbt sich dann aber für einen Job der weniger abenteuerlustig ist oder ein besonders hohes Maß an Vorsicht voraussetzt, könnten Arbeitgeber*innen das beim Gespräch ansprechen. 

Besonders beliebt sind bei Personaler*innen ehrenamtliche Tätigkeiten oder die Mitarbeit in Vereinen.

Hobbys als Eisbrecher im Vorstellungsgespräch

Wer kennt sie nicht, die ersten Minuten im Vorstellungsgespräch voller Anspannung? Neben Rückschlüssen auf die Persönlichkeit eignen sich Hobbys bestens als Eisbrecher im Bewerbungsgespräch und werden von Personaler*innen auch gerne beim Gesprächseinstieg verwendet. Deshalb sollte man eine gute Antwort parat haben, wenn etwa gefragt wird welches Buch man denn gerade lese oder wo die nächste Urlaubsreise hingehen soll. Es lohnt sich also, wie auch in anderen Bereichen der Bewerbung, immer bei der Wahrheit zu bleiben. Einen gelungenen Gesprächseinstieg zu finden, ist allgemein nicht deine Stärke? Schau gleich bei unserem Blogpost zum Thema „Eisbrecher für erfolgreiches Networking“ vorbei.

Den Marathon unter drei Stunden geschafft? Auf diese Fragen kannst du ruhig mit Begeisterung eingehen und von deinen Erfahrungen und Erfolgen erzählen, denn das zeigt du dir Ziele setzt und du hart dafür arbeitest – natürlich soll der Fokus trotzdem auf deinem zukünftigen Job liegen.

Und wer weiß – vielleicht gehen dein Gegenüber und du dem gleichen Hobby nach. Solche Gemeinsamkeiten und Smalltalk generell lockern das Gespräch deutlich auf und der Übergang in den fachlichen Teil des Vorstellungsgesprächs gelingt leichter.

Allgemein gehaltene Hobbys wie Lesen, Schwimmen oder Reisen zu nennen, ist allerdings nicht sehr aufschlussreich, weshalb davon eher abzuraten ist.

Womit du besonders punktest

Statt von expliziten Hobbys zu sprechen, lohnt es sich über Interessen zu reden. Hier macht es sich gut, die Relevanz für den Job aufzuzeigen. Verlangt der potenzielle Traumjob ein hohes Maß an Teamgeist? Dann macht es sich gut, wenn man den Mannschaftssport, den man mit Leidenschaft betreibt, anführt. Verlangt der Job Kreativität, sollte man Interessen aufzählen, die mit dieser in Verbindung stehen. Das Ziel hier ist, sich zu überlegen welche Skills mit deinen Interessen assoziiert werden und wie wertvoll diese für den angestrebten Job sind. 

Besonders positiv sind auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder der Mitarbeit in Vereinen. Personaler*innen assoziieren damit häufig, dass die Person an die Gemeinschaft zurückgibt und nicht nur für den eigenen Nutzen aktiv wird. Scheu also nicht davor zurück jegliche ehrenamtliche Tätigkeit in deinen Lebenslauf einzubauen. 

Ein Überblick – welche Eigenschaften verbindet die HR-Abteilung mit welchem Hobby:

🎨 Kreativ und künstlerisch: Malen, Fotografieren, Kochen, Blogs schreiben

👥 Teamfähig: Mannschaftssportarten, Musizieren in einer Band

✈️ Flexibel und mobil: Reisen, Sprachen lernen

❤️ Loyal und zuverlässig: Gärtnern, Haustiere, Vereinssport

Diese Beispiele dienen nur als Inspiration – eine eindeutige Grenze zwischen den Hobbys und ihren Zuordnungen gibt es jedoch nicht.

Im Zweifelsfall kannst du auf das Auflisten von Interessen natürlich auch verzichten. Fürs Bewerbungsgespräch lohnt es sich trotzdem, ein paar gute Antworten parat zu haben, falls das Gegenüber doch etwas mehr wissen will. Unsere Tipps kannst du auch gleich bei der nächsten Bewerbung anwenden, genug Möglichkeiten findest du auf unserer Jobplattform.

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