Wirtschaftliches Know-how ist auch im Umweltbereich wesentlich | Talto

Wirtschaftliches Know-how ist auch im Umweltbereich wesentlich

/ von Oliver G.
veröffentlicht am 2. Oktober 2020

Arbeit zur Regionalentwicklung trifft auf internationales UNESCO Global Geopark Netzwerk

Hallo, ich bin Oliver und erzähl dir kurz, wie mein Berufsweg nach dem Studium aussah und welche Erfahrungen ich dir weitergeben kann:

Das musst du ĂĽber mich wissen

  • Studium: Bachelor

    Geographie

  • Studium: Master

    Geographie mit Schwerpunkt: Klima- und Gebirgsgeographie

  • Hochschule: Bachelor & Master

    Karl-Franzens-Universität Graz

  • Abschlussjahr

    2015

  • Mein erster Job war:

    Projektmanager

  • Das steht jetzt auf meiner Visitenkarte

    Geschäftsführer

Berufsalltag: Ein kurzer Einblick fĂĽr dich

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?
Wir arbeiten an diversen Förderprojekten rund um Regionalentwicklung, Bildung, Naturschutz und nachhaltigen Tourismus. Im Frühjahr dreht sich vieles um das Thema Erhalt der Kulturlandschaft mit Pflege und Neupflanzungen von sogenannten Streuobstwiesen. Da sind diverse Tätigkeiten von Dienstleistern im Büro zu koordinieren, aber auch Begehungen im Gelände notwendig. Jeder Tag ist anders, jede Woche ist anders. Das Spannende ist, dass Projekte nur eine gewisse Laufzeit haben. Eine gewisse Nachhaltigkeit davon ist gegeben, aber mit jedem neuen Projekt erschließt man neue interessante Felder. Die Abwechslung macht diesen Bereich aus.

Ich habe über drei Jahre ein internationales Förderprojekt der Europäischen Union in Sachen nachhaltigen Tourismus abgewickelt. Es war eine interessante Erfahrung. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus EU Ländern wie Rumänien, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Kroatien und so weiter war neu, gleichzeitig spannend, wie Dinge in den verschiedenen Institutionen und Ländern gehandhabt werden. Ein Prozess, bei dem sich ein jeder am Anfang einarbeitet, voll Fahrt aufnimmt und am Ende ist die Zusammenarbeit viel zu schnell in diesem Rahmen vorbei. Es schweißt irgendwie zusammen und man tauscht sich auch im Privaten regelmäßig aus. Auch kann man mit diesen Erfahrungen und Projekten regional einiges bewirken und umsetzen. Unser Besucherleitsystem im Naturpark wurde beispielsweise innerhalb des Projektes neu ausgearbeitet.


Welche Herausforderungen bringt dein Job mit sich?
Die größte Herausforderung ist die Einreichung von geeigneten Projekten, um die Naturpark-Ziele weiterzuverfolgen. Förderprojekte in verschiedenen EU-Programmen werden nicht automatisch gefördert. Der Einreichprozess ist unterschiedlich und man hat nicht immer Glück. Viele Faktoren entscheiden über eine Projektgenehmigung. Die ganzen Einreichphasen sind zusätzlich im laufenden Betrieb zu erarbeiten, denn aktuelle Projekte gehören noch immer abgewickelt. Und schlussendlich sollten die "Outputs" der Projekte auch nachhaltig sein und nach der Förderung weiterlaufen.

Was ist der Hauptgrund, warum du deinen Job magst?
Vor allem die Abwechslung mit jedem Projekt ist super. Da ein Natur- und Geopark bei den Themenfeldern etwas breiter gefächert ist, lernt man eine Vielzahl von spannenden Feldern kennen.

Durch EU Projekte und das UNESCO Global Geopark Netzwerk ist man international verankert und kann Ideen sowie Projekte fĂĽr "seine" Region und seinen Naturpark einbringen und umsetzen.

Kenntnisse, die du dafĂĽr brauchst

Wie viel müssen Absolvent*innen bei ihrem Berufseinstieg bereits können?
Als Geographie-Absolvent hat man den Vorteil, dass im Studium viele verschiedene Themenfelder behandelt werden. Dadurch sind gute Grundlagen in vielen Bereichen vorhanden. Im Bachelorstudium hat man einen guten Ăśberblick bekommen und im Master habe ich mich auf Gebirgs- und Klimageographie spezialisiert. Diese Themenfelder passen nun auch gut in die Natur- und Geoparkarbeit, wobei viele Themengebiete neu waren. Vieles an Wissen habe ich mir somit im Laufe der Zeit angeeignet.

Über welche Kenntnisse / Fächer aus dem Studium bist du heute besonders froh?
Durch Geographie bekommt man ein sehr gutes Bild für das große Ganze im Bereich Umwelt und kann gut interdisziplinär denken. Dies ist für die genannten Tätigkeiten nicht unwesentlich. Zusatzqualifikationen wie Projektmanagement oder richtiges Präsentieren brauche ich auch oft.

Warum sind Präsentationsfähigkeit und Projektmanagement wichtig?
Für die Abwicklung von Projekten braucht man eine gute Struktur und einen guten Überblick. Da man mit einer Vielzahl von Stakeholdern zu tun hat, ist hier ebenso eine gute Basis und Gespür wichtig. Dementsprechend gibt es auch die unterschiedlichsten Veranstaltungen, bei denen man diverse Beiträge gut kommunizieren sollte.

Gibt es Kenntnisse, die du heute brauchst, die du dir aber erst aneignen musstest?
Als Geschäftsführer sind Personalmanagement, Führungs- und Entscheidungstätigkeiten, sowie Verhandlungstechniken neu für mich, welche erst mit der Zeit und Praxis erlernbar sind.

Gab es bestimmte Kenntnisse, bei denen es dich überrascht hat, wie häufig du diese brauchst?
Ich hätte mir nicht gedacht, wie wichtig doch meine Ausbildung aus der Handelsakadmie ist. Eine kaufmännische Ausbildung ist in leitenden Positionen und auch im Umweltbereich nicht unwesentlich.

Deine Einschätzung zu Bachelor / Master / Doktorat Abschlüssen: Welcher Ausbildungsgrad ist in deinem Bereich unbedingt nötig?
Ein Masterstudium ist mindestens notwendig, da erst hier die Spezialisierung mit viel Praxis erfolgt.

Mein Tipp an dich:

Mehr das Angebot auf der Universität für Vertiefungen (Geologie, Biologie etc.) sowie Zusatzqualifikationen (Soft Skills) nutzen.

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