Publizistik: So sehen deine Gehalts- und Jobchancen aus | Talto

Publizistik: So sehen deine Gehalts- und Jobchancen aus

/ von Kerstin Wagner
veröffentlicht am 10. April 2020
Studium
Studium

„Irgendwas mit Medien” – eine beliebte Antwort vieler Jugendlicher auf die Frage nach ihrem Studienwunsch. Das Interesse an der Kommunikationsbranche ist groß: Mit 4.000 Studierenden des Studiengangs „Publizistik- und Kommunikationswissenschaft” zählt das kommunikationswissenschaftliche Institut der Universität Wien zu den größten der Welt. Lässt sich dieses Interesse auch in den Gehalts- und Jobchancen begründen? Wir haben recherchiert.

Im Bereich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft meldet das AMS mehr als 480 arbeitslose Absolvent*innen. Von diesen Zahlen solltest du dich aber nicht beunruhigen lassen. Der Universität Wien zufolge nehmen Publizistik-Absolvent*innen durchschnittlich 2 Monate nach dem Bachelorabschluss ihre erste Erwerbstätigkeit auf. Eine wichtige Grundvoraussetzung dafür ist allerdings das Sammeln von Berufserfahrungen während des Studiums (beispielsweise über Praktika). Weitere Infos zum Berufseinstieg von Publizist*innen findest du hier.

Bloß nicht Publizistik: Wie viel lässt sich mit diesem Studium verdienen?

Verbindliche Aussagen über das Gehalt sind schwierig zu treffen, da es verschiedenen Einflüssen unterliegt und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber individuell festgelegt wird. Eines ist jedoch sicher: Damit du das Maximum aus deinem Einstiegsgehalt rausholst, solltest du deine theoretischen Kenntnisse bereits während des Studiums mit Praxiserfahrungen ergänzen.

Laut dem AMS Berufslexikon liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Publizistik-Absolvent*innen bei 2.040 € bis 2.090 € brutto im Monat. Es lohnt sich einen Blick auf die Einstiegsgehälter der verschiedenen Berufsfelder zu werfen, die du als Publizist*in anstreben kannst:

  • Online-Redakteur*in: 2.040–2.870 €
  • PR-Berater*in: 2.090–2.670 €
  • Kommunikationsmanager*in: 2.090–2.670 €

Einerseits spielt es eine große Rolle, in welcher Branche du tätig bist. Arbeitest du in einem Verlag, in der Wissenschaft oder in der Marktforschung? Im Medienbereich ist ein hierarchischer und finanzieller Aufstieg (z.B. in die Chefredaktion, Leitung der Öffentlichkeitsarbeit) möglich – allerdings auch ein rascher Fall. Weiters beeinflusst die Art der Anstellung dein Gehalt. Damit ist gemeint, ob du als freier Mitarbeiter oder freie Mitarbeiterin arbeitest, fest angestellt oder selbstständig bist. In der Selbstständigkeit ist dein Einkommen stark von der aktuellen Auftragslage abhängig, die natürlich Schwankungen unterliegen kann. Zusätzlich wirkt sich auch dein Abschluss (Bachelor oder Master) und deine Praxiserfahrung auf deine Gehaltshöhe aus. Das beweist das Absolvent*innen-Tracking der Universität Wien: Bei Bachelor-Absolvent*innen liegt das durchschnittliche Monatseinkommen 3 Jahre nach Studienabschluss bei 2.548 € brutto. Master-Absolvent*innen verdienen im Vergleich 2.720 € brutto.

Auslandserfahrungen, Soft Skills & Co: Welche Zusatzqualifikationen brauchst du wirklich?

Der zentrale Inhalt eines Publizistik-Studiums ist die Erforschung der Massenmedien und ihrer Nutzer*innen. Dabei ist auch die Datenerhebung und Auswertung von Bedeutung. Dieser Bereich sollte insofern nicht unterschätzt werden, weil Big Data und Data Journalism eine immer größere Rolle spielen. Statistische Kenntnisse und der Umgang mit SPSS sind daher von Vorteil.

Auslandssemester können für deine spätere Jobsuche von Vorteil sein. Dadurch förderst du deine sprachlichen und sozialen Kompetenzen, die in der Publizistik eine große Rolle spielen. Bei den sozialen Kompetenzen, auch Soft Skills genannt, bringen dir Fähigkeiten rund um Rhetorik und Präsentation Wettbewerbsvorteile. Mit welchen Tipps du deine rhetorischen Fähigkeiten verbesserst, erfährst du hier.

Doppelt hält bekanntlich oft besser: Publizistik ist eine tolle Grundlage, aber am Arbeitsmarkt wird oft nach Spezialisten und nicht nach Generalisten gesucht. Wenn es dir nicht zu viel wird, ist ein Zweitstudium (beispielsweise in Politikwissenschaften) eine gute Option, um dich beruflich besser aufzustellen. 

 

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