Maschinenbau: Aufgaben und Berufschancen nach deinem Studium | Talto

Maschinenbau: Aufgaben und Berufschancen nach deinem Studium

/ von Karoline Wöhri
veröffentlicht am 5. August 2020
Studium
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Laut Politik und Medien werden dir als Maschinenbau-Absolvent*in nicht nur sehr gute Berufschancen vorausgesagt, du wirst auch in den verschiedensten Bereichen gesucht. In welchen Bereichen du mit deinem Studium konkret Fuß fassen kannst und welcher Abschluss dafür notwendig ist – diesen Fragen sind wir im Talto-Chancen-Check nachgegangen.

Eines steht fest: Sorgen um die berufliche Zukunft müssen sich Maschinenbau-Absolvent*innen nicht machen. Ganz im Gegenteil, gut qualifizierte Fachkräfte werden händeringend gesucht. Maschinenbau-Ingenieur*innen gehören mit Platz 3 zu den meistgesuchtesten Absolvent*innen Österreichs. Das liegt wohl auch an den vielseitigen Einsatzbereichen.

Wo arbeiten Maschinenbauer*innen?

Nach dem Berufseinstieg arbeiten Absolvent*innen häufig als Betriebsassistent*innen oder Abteilungsleiter*innen. Bei Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sieht der Berufseinstieg etwas differenzierter aus: Dank ihrer wirtschaftlichen Ausbildung qualifizieren sie sich schneller für Stellen im mittleren Management bzw. für Führungspositionen. Als Maschinenbauer*in bist du stark projektorientiert und es gewohnt, Antworten auf technische, individuelle Fragen in Unternehmen zu finden. Durch dieses Wissen qualifizierst du dich, in verschiedenen Einsatzgebieten zu arbeiten. Wie breit dieser Tätigkeitsbereich ist, zeigt eine Studie von IBW. Das Institut hat Stellenanzeigen für Technik-Graduierte genauer untersucht und gibt dir Auskunft für welche Einsatzbereiche du als Maschinenbau Absolvent*innen gesucht wirst:

  • Fertigung und Konstruktion: 21,8 %
  • Forschung und Entwicklung: 29,5 %
  • Management, Verwaltung und Personalführung: 39,9 %
  • Marketing, Vertrieb, Kund*innenbetreuung: 8,8%

Bist du aktuell auf Jobsuche, dann solltest du dir eines merken: Das AMS Forschungsnetzwerk verweist auf eine Studie des IBW und gibt an, dass sich nur 15 % der Stellenanzeigen ausschließlich an ein Studienfach richten. Die meisten für Maschinenbauer*innen ausgeschriebenen Jobs richten sich häufig auch an Absolvent*innen der Elektrotechnik oder Mechatronik. Erweitere deinen Blick über den Tellerrand und schau dir Jobinserate verwandter Bereich an, auch du bist möglicherweise dafür geeignet.

Bachelor, Master oder doch PHD?

Mit einem Bachelor-Abschluss verfügst du über eher allgemeine Methoden- und Fachkompetenz. Laut einer Studie der TU Graz sind sich Arbeitgeber dessen durchaus bewusst und geben an, dass auch bereits Bachelor-Absolvent*innen für sie interessant sind und gute Berufschance haben. Im Maschinenbau-Bereich, ist jedoch eher ein Master-Abschluss gängig. Laut dem Bildungsministerium absolvieren österreichweit im Bereich Ingenieurwesen 89,8 % einen Masterabschluss. Bei deinem Abschlussgrad solltest du dir darüber im Klaren sein, welche Position du zukünftig anstrebst. Je nach Position suchen Arbeitgeber Absolvent*innen mit einem Bachelor-, Master- oder PHD-Abschluss. Wie das genau aussieht, darüber gibt der VDMA Bericht Auskunft:*

Jobs im Bereich Forschung und Entwicklung

  • PHD: 19 %
  • Master: 46 %
  • Bachelor: 15 %

Jobs in der Konstruktion

  • PHD: 4 %
  • Master: 29 %
  • Bachelor: 21 %

Jobs in der Projektierung

  • PHD: 2 %
  • Master: 19 %
  • Bachelor: 22 

Jobs im Produktmanagement

  • PHD: 4 %
  • Master: 19 %
  • Bachelor: 19 %

Jobs im Technischen Vertrieb

  • PHD: 3 %
  • Master: 22 %
  • Bachelor: 24 %

Jobs im Technischen Einkauf

  • PHD: 1 %
  • Master: 10 %
  • Bachelor: 18 %

Jobs im Qualitätsmanagement

  • PHD: 2 %
  • Master: 13 %
  • Bachelor: 16 %

Mindeststudienzeit adé: Längere Studienzeit wegen Masterabschluss

Das Maschinenbau-Studium zählt nicht zu den leichtesten Studiengängen – da erzählen wir dir sicher nichts Neues :) Das führt auch dazu, dass die Mindeststudiendauer oft überzogen wird. Österreichweit beträgt die durchschnittliche Studiendauer bei Ingenieurwissenschaftliche Studien für den Bachelor-Abschluss 8,8 Semester, für den Master-Abschluss 5,9 Semester. Sorgen musst du dir deshalb nicht machen. „In der Technik muss man sich sehr viel aneignen, vor allem an Grundlagenwissen im Bachelorstudium. Hier ist auch forschungsgeleitete Lehre sehr wichtig, es wird bereits parallel bei der Arbeit mit Unternehmen Erfahrung gesammelt – all das kostet Zeit. Zudem ist die etwas längere Studiendauer in technischen Fächern auch vom Markt gelebt und gelernt", das betont Kurt Matyas, Vizerektor für Studium und Lehre der TU Wien.

Wie kommen TU Absolvent*innen zu ihrem ersten Job?

Bist du gerade auf Jobsuche? Dann gibt dir eine Studie der TU Graz sehr interessante Einblicke: Der Großteil der befragten Absolvent*innen, erhielten ihren ersten Job aufgrund ihrer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. 20 % stiegen durch ihre Abschlussarbeit oder ihr Forschungsprojekt direkt in den ersten Job ein. Ganze 17 % fanden ihren ersten Job aufgrund einer Initiativbewerbung. Du siehst, es lohnt sich, deine Abschlussarbeit bei jenen Unternehmen zu schreiben, die für dich auch als attraktive Arbeitgeber in Frage kommen würden und auch Initiativbewerbungen sind immer einen Versuch wert. 

Top-Branchen und die beliebtesten Arbeitgeber für Maschinenbau Absolvent*innen

Als Top-Branche für Maschinenbau Absolvent*innen zählt natürlich der Maschinen- und Anlagenbau in Österreich. Diese Branche zählt zu den produktivsten und wachstumsstärksten der heimischen Industrie. Unternehmen wie SKF Österreich, Kostwein und VACE zählen laut Trend Magazin zu den beliebtesten Arbeitgebern der Branche. 

Neben bekannten Unternehmen wie AVL, Andritz, Anton Paar, AT&S, Siemens, Magna und Infineon sind auch Arbeitgeber wie Altran, Dewetron, Easelink, PWC, TDK und das Know-Center laufend auf der Suche nach Maschinenbau-Absolvent*innen – nur um ein paar Beispiele zu nennen. Je nach Branche und Unternehmensgröße deines Arbeitgebers variiert auch dein Tätigkeitsfeld. Während du bei kleineren Unternehmen oft einen umfassenderen Tätigkeitsbereich in verschiedenen Themenfeldern hast, ist dieser in größeren Unternehmen oft kleiner, dafür spezialisierter. 

Diverse Umweltentwicklungen werden den Bedarf an Maschinenbau Absolvent*innen nochmals verstärken. Als weiteres Aufgabengebiet mit interdisziplinären Bedeutungen ist z.B. der Umweltschutz dazugekommen – Themen wie Elektromobilität, Biotechnologische Produktionsverfahren und Energieversorgung mit erneuerbaren Energien werden immer wichtiger. Die Industrie 4.0 gewinnt  in den Unternehmen weiterhin an Bedeutung und verändert die Anforderungen an Absolvent*innen. Welche Kenntnisse zukünftig gefordert werden und mit welchen Zusatzqualifikationen du dein Gehalt positiv beeinflussen kannst, darüber informieren wir dich hier. 

* Daten im Bereich Maschinenbau in Österreich sind leider nicht oder nur spärlich vorhanden. Um ein grobes Bild von der Arbeitsmarktsituation für Maschinenbau-Ingenieur*innen zu zeichnen, stützen wir uns zum Teil auf Ergebnisse aus Deutschland.

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