Gehalt: Wie viel du mit einem Jus-Studium verdienst | Talto

Gehalt: Wie viel du mit einem Jus-Studium verdienst

/ von Karoline Wöhri
veröffentlicht am 1. April 2020
Studium
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Eines ist sicher: Es besteht Nachfrage nach Jurist*innen und es gibt viele gut bezahlte Jobs. Wäre da nicht der große Konkurrenzkampf aufgrund der hohen Anzahl an Jus-Absolvent*innen. Wir sind der Frage nachgegangen, wie lange die Jobsuche wirklich dauert und wo die höchsten Gehälter möglich sind. Die Antworten darauf erfährst du im Talto-Chancen-Check.

Die hohe Anzahl an Jus-Absolvent*innen führt unweigerlich zu einem hohen Stellenandrang am Arbeitsmarkt. Im Durchschnitt benötigen Jus-Absolvent*innen nach Studienabschluss zwei Monate, um einen Job zu finden. Dabei kann die Jobsuche schwerer oder leichter sein, je nachdem in welchem Bundesland du suchst: der Andrang auf Juristen-Jobs (Zahl der Arbeitslosen je offene Stelle) ist lt. WKO in Niederösterreich mit 8,57 am höchsten, gefolgt von Wien mit 7,91 und der Steiermark mit 6,3. 

Wie viel verdienen Jurist*innen 

Abseits des Konkurrenzkampfes werden Jurist*innen dennoch gesucht und auch gut bezahlt. Die Bezahlung variiert je nach Unternehmensgröße. Speziell in größeren Kanzleien sind nach wie vor Spitzengehälter möglich. Wie hoch das Einstiegsgehalt in verschiedenen Positionen genau ist, gibt das Beratungsunternehmen Upstyle Consulting bekannt:

Median der Brutto-Einstiegsgehälter pro Jahr:

  • Öffentlicher Dienst: 31.500 €
  • Rechtsabteilungen: 32.000 €
  • Konzipient*innen: 28.000–49.000 €

Die große Gehaltsspanne bei Konzipient*innen liegt vor allem an den Top-Kanzleien in Österreich. Diese Kanzleien bezahlen Gehälter, bei denen kleinere Kanzleien kaum mithalten können. Ganz vorne an der Spitze ist die Kanzlei Fellner Wratzfeld & Partner. Konzipient*innen verdienten im Vorjahr durchschnittlich 3.667 € brutto im Monat (exklusive Kammerbeitrag und Mittel für die Versorgungseinrichtung).

Mit den Jahren steigt auch das Gehalt von Jurist*innen. Nach vier bis sieben Jahren beträgt der Median der Jahresgehälter von Spezialist*innen in Rechtsabteilungen 45.600 €, der von Rechtsanwält*innen in Großkanzleien beträgt 66.600 €.

Neben der Berufserfahrung beeinflussen vor allem diese Faktoren die Höhe deines Gehalts:

Unternehmensgröße: Bei Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter*innen liegen die Gehälter in der 2. Führungsebene 20 bis 30 % im Vergleich zu Stellen in kleineren Unternehmen.
Anwaltsprüfung: Die Anwaltsprüfung und andere Zusatzausbildungen ermöglichen 10 bis 20 % höhere Gehälter.
Branche: Im Branchenvergleich ist der Gehaltsunterschied relativ gering, dennoch zahlen öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen im unteren Bereich der Bandbreite. Mehr Gehalt zahlen Energie- und Erdölunternehmen. 

Die Wunschliste der Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen

Alfred Berger, Leiter Compensation Management bei Kienbaum in Wien, merkt an, dass heute viele Arbeitgeber gerne bereit seien, den Wünschen junger Jurist*innen nach flexiblen Arbeitszeiten nachzukommen. „All-in-Verträge verlieren an Bedeutung zugunsten von Projektarbeit. Allerdings genügt juristische Expertise für eine Karriere im Unternehmen nicht mehr. Das Geschäftsmodell steht im Vordergrund. Inhouse-Jurist*innen müssen es verstehen und möglich machen.“ Im Klartext heißt das, dass dir Zusatzqualifikationen wie betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse große Gehalts-Vorteile verschaffen können. Welche anderen Zusatzqualifikationen sich positiv auf deine Berufschancen auswirken, das berichten wir im Artikel Jus-Studium: So hoch sind deine Berufschancen.

 

 

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