Gehalt Gesundheit und Pflege: So viel verdienst du nach deinem Studium | Talto

Gehalt Gesundheit und Pflege: So viel verdienst du nach deinem Studium

/ von Kerstin Wagner
veröffentlicht am 16. Oktober 2020
Studium
Studium

Gesundheit ist ein hohes Gut: Mehr Wissenschaft im Bereich Gesundheit und Pflege lautet daher die Devise. Österreich folgte diesem internationalen Trend – nicht nur um auf einen europäischen Standard zu kommen, sondern auch aufgrund demografischer Entwicklungen, wie eine alternde Bevölkerung, sowie steigender Anforderungen in der Gesundheitsbranche. Kluge Köpfe sind also definitiv gesucht! Wie sich diese Nachfrage auf dein Einstiegsgehalt auswirkt und welche Skills dich beruflich sowie gehaltstechnisch weiterbringen, erfährst du hier.

Die Herausforderung, die den Gesundheits- und Pflegesektor derzeit prägt, ist schnell erklärt: Die österreichische Gesellschaft altert. Und zwar rasant. Der Anteil der über 80-Jährigen steigt bis 2050 auf 11,5 % der Bevölkerung. Somit hat sich der Prozentanteil verglichen mit dem Jahr 2015 mehr als verdoppelt. Hinzu kommt, dass die „Babyboomer-Generation“ innerhalb der nächsten fünf Jahre aus dem Arbeitsleben ausscheidet und in zehn bis zwanzig Jahren ebenso pflegebedürftig sein wird. Laut Prognosen des WIFOs sollen sich die Kosten für Pflege 2025 bis 2050 verdreifachen – damit liegen die öffentlichen Ausgaben für Pflege dann bei neun Milliarden Euro. Mit 95 % ist der steigende Kostendruck einer der größten Herausforderungen in der Gesundheitsbranche – gefolgt von steigenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen (93 %), Digitalisierung (89 %) und steigende Anforderungen an die Bindung von Talenten (84 %). „Wir müssen grundlegend umdenken und an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen, ansonsten scheitert unsere personal- und kostenintensive Branche an ihrer Finanzierbarkeit oder am Fachkräftemangel“, erklärt Dr. Martina Oldhafer, Leitung Change-Management am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Ob die Einstiegsgehälter von Pflege- und Gesundheitswissenschaftler*innen zur Bindung von jungen Talenten beitragen, haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst.

So viel verdienst du mit einem Studium im Bereich „Gesundheit und Pflege“

Ob du dich für Pflegewissenschaften oder Gesundheitswissenschaften entschieden hast – große Unterschiede werden dich bezüglich deines Einstiegsgehaltes nicht erwarten. Das gleiche gilt für studierte Pflege- und Gesundheitsmanager*innen. Dein Gehalt ist somit nicht direkt vom jeweiligen Studiengang abhängig, sondern vom Berufsbild und den einhergehenden Aufgaben- und Verantwortungsbereichen.

Dies zeigt auch ein Überblick der Einstiegsgehälter laut AMS Gehaltskompass:

  • Pflegewissenschaftler*in: 2.750 € bis 2.960 €
  • Gesundheitsmanager*in: 2.160 € bis 2.850 €
  • Pflegemanager*in: 1.570 € bis 2.860 €
  • Prozessmanager*in im Gesundheitswesen: 2.160 € bis 2.850 €

Das Absolvent*innen-Tracking der Universität Wien liefert darüber hinaus Einblicke in die Gehaltsentwicklung von Absolvent*innen. Demnach liegt das durchschnittliche Gehalt 3 Jahre nach Abschluss eines Studiums in Pflegewissenschaften bei 2.709 € brutto. Im Gesundheitsmanagement kannst du im Bereich Qualitätsmanagement oder Controlling mit etwas Berufserfahrung ein durchschnittliches Bruttogehalt von 3.000 € monatlich erwarten.

Und auch die Branche hat einen Einfluss auf deinen Verdienst. In Pflegeeinrichtungen oder Gemeinschaftspraxen ist dein Gehalt meistens niedriger als in großen Kliniken, Krankenkassen oder der Industrie.

Gehaltsunterschiede ergeben sich auch durch den Grad deiner Ausbildung: So ähnelt der Verdienst von Bachelorabsolvent*innen dem eines diplomierten Krankenpflegepersonals. Mit einem Masterabschluss kannst du ca. 200 € bis 300 € mehr pro Monat aushandeln.*

Wer sich regelmäßig weiterbildet, darf sich natürlich auch über ein höheres Gehalt freuen. Dies führt uns gleich zum nächsten wichtigen Thema für deine Karriere nach dem Studium: Wichtiges Know-how, das deinen Berufseinstieg erleichtert.

Mit 3 Jahren Berufserfahrung liegt das durchschnittliche Gehalt von Pflegewissenschaftler*innen bei 2.709 € brutto.

Lebenslanges Lernen: Diese Skills bringen dich weiter

Für Berufstätige im Gesundheitssektor und besonders in der Pflege ist es wichtig, stets am Puls der Zeit zu bleiben. Weitere fachliche Schwerpunkte kannst du als Gesundheitsmanager*in beispielsweise mit Fortbildungen und Seminaren in den Bereichen Gesundheitserziehung, PR und Kommunikation sowie Ernährungsberatung setzen.

Im Bereich der Pflege bieten sich u.a. diese Themen für Weiterbildungen an:

  • Gesundheitsförderung und Krankenpräventation
  • Evidenzbasierte Pflege und Betreuung
  • Multidisziplinäre und internationale Zusammenarbeit
  • Gerontologie
  • Pädiatrie
  • Pflegeinformatik

Bei der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten ist betriebswirtschaftliches Know-how neben medizinischen Kenntnissen sehr gefragt. Je nachdem wie groß die Einrichtung oder das Krankenhaus ist, wo du arbeitest, bist du nicht nur für die direkte Arbeit mit den Patient*innen zuständig, sondern auch für Abrechnungen, Kosten-Leistungsrechnung, Wirtschaftlichkeitsanalysen, Personalbereich und Marketingarbeit. Wenn du also Wissen und Erfahrungen aus beiden Bereichen mitbringst, hast du vielversprechende Jobchancen. Analytische Kenntnisse und ökonomisches Verständnis sind wichtig, um die Zusammenhänge im Gesundheitssystem und Krankenhaus zu verstehen.

Allerdings ist Gesundheit und Pflege mehr als nur Hard Skills. Dies zeigt auch eine Untersuchung von Stellenanzeigen. In dieser folgen nach dem wichtigsten Kriterium „Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung“ (57 %) eine Reihe von Soft Skills: Teamfähigkeit (56 %) ist den Arbeitgebern fast so wichtig wie eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung. Auf Platz drei und vier liegen Einfühlungsvermögen (39 %) sowie Verantwortungsbewusstsein (32 %).

Du möchtest wissen, in welchen Unternehmen du diese Skills anwenden kannst und was dich nach deinem Studium im Bereich „Gesundheit und Pflege“ am Arbeitsmarkt erwartet? Dann haben wir hier den passenden Blogartikel für dich.

 

* Daten zu Gesundheit & Pflege in Österreich sind leider nicht oder nur spärlich vorhanden. Um ein grobes Bild von der Arbeitsmarktsituation zu zeichnen, stützen wir uns zum Teil auf Ergebnisse aus Deutschland.

Admin Login