Gehalt Architektur: So viel verdienst du nach deinem Studium | Talto

Gehalt Architektur: So viel verdienst du nach deinem Studium

/ von Kerstin Wagner
veröffentlicht am 29. Mai 2020
Studium
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Architektur kann eine große Faszination auslösen: Sie umgibt uns ständig, egal ob in den eigenen vier Wänden oder auf der Straße. Wenn du an das Kolosseum von Rom oder den Louvre in Paris denkst, kann sie sogar auf Urlaubsfotos abgebildet sein und große Besucherströme auslösen. Trotz dieser Faszination bleibt für dich die eine Frage: Welches Gehalt bekomme ich für das Entwerfen, Planen und Konstruieren? Und welche Zusatzqualifikationen pushen meine Karriere? Die Antworten findest du hier.

So viel verdienen Architekt*innen

Das Gehalt von Architekt*innen bedient beide Extreme: Entweder du musst jeden Cent zweimal umdrehen (z.B. als Freiberufler*in ohne Erfolg) oder du schwimmst im Geld (als international gefragter Architekt). Wir können dich beruhigen: Die meisten Architekt*innen befinden sich irgendwo dazwischen. Die Konkurrenz um wenige Arbeitsplätze bringt allerdings mit sich, dass Berufseinsteiger*innen wenig Spielraum bei den Gehaltsverhandlungen haben. Wenn du angestellt bist, nimmt die Größe deines Büros einen Einfluss. Auch die Erfahrung spielt eine große Rolle. 

Dein Einstiegsgehalt als Architekt*in beträgt laut dem AMS Gehaltskompass 2.240 € bis 2.280 € brutto. Und auch kollektivvertragliche Änderungen bringen erfreuliche Aussichten für Architekt*innen, denn ab 2020 wurden die Mindestgehälter um 2,5 % erhöht. Allerdings erhalten Architekt*innen eine Anstellung nach dem Kollektivvertrag oft erst nach ein paar Jahren. Als Master-Absolvent*in fällst du in die Beschäftigungsgruppe 4 und startest somit mit einem Gehalt von 2.358 € (ab dem 3. Jahr steigt dein Gehalt). Dein Bruttojahresgehalt kann sich ungefähr so entwickeln:

  • bis 36.400 € (in den ersten 2 Jahren)
  • bis 42.500 € (nach drei bis fünf Jahren)
  • bis 61.800 € (nach 15 Jahren)

Dass der Job hart und nicht unbedingt gut bezahlt ist, bestätigt auch Christian Kühn (Studiendekan an der TU Wien). Er fügt hinzu: „Man muss sich genau ansehen, in welchen Sektor man sich hineinbewegt.“ Betrachtet man die einzelnen Sparten, in denen du als Architekt*in tätig werden kannst, ergeben sich nach mehrjähriger Berufserfahrung folgende Unterschiede:

  • Architekt*innen aller Branchen (Durchschnitt): 37.128 €
  • Innenarchitektur: 35.761 €
  • Landschaftsarchitektur: 35.153 €
  • Stadtplanung: 42.798 €

Mit zusätzlichen Qualifikationen, die in deiner Tätigkeit als Architekt*in sinnvoll sind, kannst du dein Einkommen weiter pushen. Auf welche Qualifikationen du besonderen Wert legen solltest, haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst.

Diese Zusatzqualifikationen bringen dein Gehalt auf Vordermann

Gerade in Zeiten von Corona wird klar, dass auch in technischen Berufen umfangreiche Kompetenzen gefragt sind, die über den technischen Bereich hinausgehen. Neben neuen Datenschutz- und Gesundheitsrichtlinien werden Projektmanagement-Tools und Building Information Modeling (BIM) im Projektalltag immer wichtiger. Andreas Gobiet, Präsident des VZI sagt: „Interdisziplinarität, Kreativität, soziale und kommunikative- als auch Managementkompetenzen müssen verstärkt in den Projektalltag einfließen, um den sich wandelnden Anforderungen im digitalen Zeitalter gerecht zu werden. Mit der aktuellen Krise steigt der Bedarf an diesen Zusatzqualifikationen.“

Abseits von Corona gewinnen, neben Kenntnissen in Betriebswirtschaft und Projektmanagement, rechtliche Kenntnisse, kombiniert mit Beratungskompetenz und Verhandlungsgeschick an Bedeutung. Auch Auslandserfahrung (beispielsweise über Praktika) machen sich gut in deinem Lebenslauf: Durch das Kennenlernen einer anderen Kultur und damit auch eines anderen Verständnisses von Bauen, kannst du wertvolle Erfahrungen für spätere internationale Projekte sammeln. 

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten ergeben sich für dich z.B. in den folgenden Bereichen:

  • Baurecht und Bauökologie
  • Spezialisierungen auf Industrie-, Veranstaltungs-, Kultur- oder Sportbauten
  • Green Building
  • Smart Building

Besonders mit den letzten beiden Bereichen, möchte man dem Trend „Nachhaltiges Bauen“ gerecht werden. Der Fokus liegt nicht darauf, moderne Bauten aus Glas mit integrierter Solar-Funktion zu entwerfen. Es geht vielmehr um die nachhaltige Verwendung von Materialien, eine intelligente und energieeffiziente Haustechnik und wie sich der Bau auf die Umgebung und Region auswirkt.

Du möchtest wissen, wo Architekt*innen besonders gefragt sind und wie der Berufseinstieg für Absolvent*innen aussieht? Alle Antworten gibt es im Blogpost „Berufseinstieg Architektur: Auf diese Jobchancen kannst du bauen“.

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