BWL-Studium: Vielversprechende Karriereperspektiven mit dem Massenstudium | Talto

BWL-Studium: Vielversprechende Karriereperspektiven mit dem Massenstudium

/ von Kerstin Wagner
veröffentlicht am 31. März 2020
Studium
Studium

Wohin mit all den Betriebswirt*innen? Diese Frage ist dir sicher schon öfter zu Ohren gekommen. BWL genießt vor allem den Ruf als “Massenstudium”, welches nicht automatisch in eine große Karriere mündet und keinen schnellen Berufseinstieg verspricht. Glaubt man Expert*innen, sind BWL-Absolvent*innen sehr gefragt, wo sie doch in verschiedensten Bereichen mitwirken und Positionen im mittleren und oberen Management eines Unternehmens besetzen können. Wir haben recherchiert und alle Antworten im Talto-Chancen-Check für dich zusammengefasst.

Finanzen, Wissenschaft & Co: Hier findet man Betriebswirt*innen

Der große Vorteil von Betriebswirt*innen ist ihre Vielseitigkeit. Sie eignen sich grundsätzlich für alle innerbetrieblichen Funktionsbereiche in privatwirtschaftlichen Unternehmen verschiedenster Branchen, der öffentlichen Hand sowie des NPO-Sektors. Entweder spezialisieren sie sich auf bestimmte betriebliche Teilbereiche (wie etwa Rechnungswesen, Marketing, Finanzierung, internat. Handel) oder sie sind fächerübergreifend tätig und somit für das Zusammenwirken mehrerer betrieblicher Teilbereiche verantwortlich.

Berufsfelder für Betriebswirt*innen:

  • Finanzdienstleistungsbereich
  • Gewerbliche Vermögensberatung
  • Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Personalwesen
  • Informationsmanagement und EDV
  • Handel, Marketing, Marktforschung und Werbung
  • Transport- und Verkehrswirtschaft und in der Logistik
  • Wissenschaft, Forschung und Lehre
  • Wirtschaftsjournalismus

Zudem findet man Betriebswirt*innen in Industriebetrieben, in der öffentlichen Verwaltung sowie in öffentlichen Wirtschaftsunternehmungen und Interessensvertretungen.

Zukunftsfelder:

Die Nachfrage nach Spezialisierungen im Rahmen eines BWL-Studiums oder persönlichen Qualifikationen ergibt sich durch gesamtwirtschaftliche oder branchenspezifische Trends. Ein derartiger Trend ist die effizientere Gestaltung verschiedenster Geschäftsbereiche (wie z.B. das Marketing, den Verkauf oder das Personalwesen) auf Basis fundierter Datenanalysen. Aufgrund dessen sind analytisch ausgebildete Fachkräfte, die auch IT-basierte Tools anwenden können, besonders gefragt. Zudem ist aufgrund der Digitalisierung der Online-Bereich im Marketing besonders zukunftsträchtig. Ebenfalls von hoher Bedeutung sind – gerade in Zeiten wirtschaftlich schwieriger Phasen – Tätigkeitsbereiche wie Risiko-, Krisen-, Sanierungs- und Projektmanagement. Auch die Kombination von wirtschaftlichen und technischen Kenntnissen erfreut sich großer Beliebtheit in der Industrie, ebenso wie die Kombination von BWL und Jus.

Beschäftigungssituation: Geringere Arbeitslosigkeit unter Spezialist*innen 

Aufgrund der sehr hohen Absolvent*innenzahlen der Studienrichtung BWL, weist diese die höchsten Arbeitslosenzahlen im Bereich der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften auf. Hinzu kommt, dass BWL-Absolvent*innen nicht nur Konkurrenz aus den eigenen Reihen haben. Je nach Tätigkeitsbereich mischen Vertreter*innen aus Studienrichtungen wie Wirtschaftsinformatik, Rechtswissenschaften oder Psychologie den Arbeitsmarkt auf. Auch HAK-Absolvent*innen, die bereits Berufspraxis gesammelt haben, können BWL-Absolvent*innen den Berufseinstieg erschweren. Mit Spezialisierungen, Zusatzqualifikationen und relevanten Soft Skills kannst du deine Konkurrenz in den Schatten stellen.

BWL-Studiengänge mit einer internationalen Ausrichtung entsprechen den Anforderungsprofilen des Arbeitsmarktes und weisen im Vergleich eine relativ geringe Arbeitslosenquote auf. Allgemein gilt: Wer sich am Arbeitsmarkt erfolgreich durchsetzen möchte, sollte sich auf einen konkreten Fachbereich fokussieren.

Berufseinstieg von BWL-Absolvent*innen: Praktika & Abschlussarbeiten sind die Türöffner

Zusätzlich zur Wahl von zukunftsträchtigen Studienschwerpunkten und Zusatzkenntnissen haben vor allem Praktika positive Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess. Neben der Sammlung erster Erfahrungen können so auch erste persönliche Kontakte während des Studiums geknüpft werden. Dies ist nicht zu unterschätzen: Denn ein Großteil der BWL-Absolvent*innen finden über Praktika eine erste Anstellung. Auch Bachelor- und Masterarbeiten in Kooperation mit Unternehmen agieren oft als Türöffner in die Berufswelt.

Konzern vs. Kleinunternehmen:

BWL-Absolvent*innen bewegen sich heutzutage nicht mehr nur in großen Konzernen, denn in den letzten Jahren beschäftigen auch zunehmend kleinere und mittlere Unternehmen Betriebswirt*innen. In diesen Unternehmen sind Absolvent*innen meist direkt der Geschäftsführung unterstellt und können als Berufseinsteiger*innen rasch Verantwortung übernehmen.

Einstiegsbereiche von Absolvent*innen

Eine Studie an der WU Wien zeigt, dass Absolvent*innen vor allem in den Bereichen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Handel, Unternehmensberatung und Finanzen einsteigen. Letzterer zählt auch zu den nachgefragtesten Bereichen für Jungabsolvent*innen seitens der Unternehmen: Immerhin kommen fast die Hälfte der ausgeschriebenen Stellenangebote aus dem Bereich Finanz- und Rechnungswesen, weitere 20 % kommen aus dem Bereich Controlling, 10 % aus funktionsübergreifenden Bereichen, 7 % aus dem Bereich Sales und Vertrieb und 5 % aus dem Bereich Marketing.

Brauche ich einen Masterabschluss?

Laut einer Studie der WU Wien haben 75 % der befragten Absolvent*innen nach ihrem Bachelorabschluss mit einem Masterstudium gestartet. Einige davon absolvieren ihr Masterstudium im Ausland, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Insbesondere Studierende, die Führungspositionen anstreben, können von einem Masterstudium einen Nutzen ziehen. Auch in der Wissenschaft und Forschung ist ein Masterabschluss unerlässlich. Wer mit einem BWL-Bachelor abgeschlossen hat, kann von einer cleveren Spezialisierung im Master profitieren. Für zukünftige Manager*innen bietet sich das strategische Management an, IT-affine Betriebswirt*innen finden in der Wirtschaftsinformatik das passende Studium und angehende Wirtschaftsprüfer*innen können von einem Studium über “Accounting, Auditing and Taxation” einen Vorteil erzielen. 

Top Branchen und Arbeitgeber für Betriebswirt*innen

Im Allgemeinen eröffnen sich für BWL-Absolvent*innen im gesamten Wirtschaftsbereich berufliche Chancen. Start-ups als auch renommierte Unternehmen suchen regelmäßig nach BWL-Absolvent*innen. Dabei stehen ihnen Bereiche wie Controlling, Personalwesen, Marketing, Wirtschaftsprüfung oder Produktion offen.

Die Beschäftigungssituation ist unweigerlich an die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen bzw. an die Entwicklungen in einzelnen Branchen gekoppelt. Im Bankensektor wird aktuell und auch in unmittelbarer Zukunft Personal abgebaut. Der Werbe-Bereich sowie Wirtschaftsberatungs- und Unternehmensdienstleistungen verzeichnen aktuell einen Beschäftigungswachstum. Allerdings ist der Consulting-Bereich aufgrund der guten Verdienstmöglichkeiten stark umkämpft – und das trotz des hohen Konkurrenzdrucks und der unregelmäßigen Arbeitszeiten. In welchen anderen Bereichen du mit einem BWL-Studium gut verdienen kannst und welches durchschnittliche Einstiegsgehalt du erwarten kannst, haben wir hier für dich zusammengefasst.

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