Berufseinstieg Gesundheit und Pflege: Berufsfelder & Jobchancen nach dem Studium | Talto

Berufseinstieg Gesundheit und Pflege: Berufsfelder & Jobchancen nach dem Studium

/ von Kerstin Wagner
veröffentlicht am 16. Oktober 2020
Studium
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Apps, die an Vorsorgetermine erinnern und Roboter, die die Wundheilung kontrollieren: Die Gesundheitsbranche erlebt derzeit einen rasanten Wandel und steht gleichzeitig vor großen Herausforderungen, wie die zunehmende Alterung der Bevölkerung und eine Überlastung der Spitäler. Spezialist*innen im Gesundheits- und Pflegebereich sind somit hoch im Kurs. Weitere Infos über Jobchancen und Arbeitsmarkt gibt’s hier im Talto-Chancen-Check.

Auf diese enorme Nachfrage nach Spezialist*innen im Gesundheits- und Pflegebereich haben heimische Fachhochschulen mittlerweile passende Antworten parat: 131 Studiengänge zum Thema Gesundheit bieten Österreichs Fachhochschulen heute an. Ein Angebot, das junge Talente gerne in Anspruch zu nehmen scheinen: Mehr als 8.000 Studierende widmen sich im Wintersemester 2019/2020 einem Studium im Bereich Gesundheit, 80 % davon sind weibliche Studierende. Und auch an den Unis finden sich immer wieder Studiengänge, wie z.B. Gesundheits- und Pflegewissenschaften.

Die Gesundheits- und Pflegewissenschaften stellen ein relativ junges Studienfeld dar. Erforderlich wurde die Akademisierung der Gesundheits- und Pflegeberufe aufgrund des demografischen Wandels, epidemiologischer Veränderungen sowie des medizinischen Fortschritts. Einer von vielen Vorteilen: Durch die Akademisierung der Pflegeberufe wird die Ausbildung ohne Zusatzprüfungen in anderen Staaten Europas anerkannt. Eine inhaltliche Überschneidung mit medizinischen Studiengängen ist teilweise vorhanden, jedoch führen sie dich nicht zu einem ärztlichen Beruf. Welche Aufgaben und Berufsfelder dich hingegen schon erwarten, erfährst du im Folgenden.

Pflege- und Gesundheitswissenschaften oder doch Gesundheitsmanagement: Berufsfelder und Aufgaben

Als Gesundheitsmanager*in kannst du in leitenden Positionen in allen wirtschaftlich orientierten Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens Karriere machen. Ein paar Beispiele für solche Unternehmen sind:

  • Krankenversicherungen und Krankenkassen
  • Pflegezentren und Krankenhäuser
  • Unternehmen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement
  • Beratungsunternehmen
  • Pharma-Unternehmen
  • Wellness-Einrichtungen

Ebenso wie Gesundheitsmanager*innen können Gesundheitswissenschaftler*innen auch in Krankenversicherungen Fuß fassen. Darüber hinaus ergeben sich Jobchancen in:

  • Pflege- und Unfallversicherungen
  • Vereinen und Unternehmen
  • Gesundheitsämtern
  • Der betrieblichen und kommunalen Gesundheitsförderung
  • Der Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie

Du hast dich dafür entschieden Menschen aller Altersstufen und Lebenslagen zu versorgen und zu beraten? Als Pflegewissenschaftler*in bist du vor allem hier gefragt:

  • Pflegezentren und Krankenhäuser
  • Ambulante Pflegedienste
  • Beratungsstellen

Jedes dieser Studien bereitet dich unterschiedlich auf deinen Berufseinstieg vor – dementsprechend unterscheiden sich deine Tätigkeiten. Pflege- und Gesundheitswissenschaftler*innen beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Krankheit, Behinderung und Gebrechen auf den Lebensalltag von Menschen. Darüber hinaus untersuchen sie die Auswirkung der Pflege auf den Menschen.

Als Gesundheitsmanager*in bist du in der Lage das Gesundheitswesen in Österreich mitzugestalten. Du entwickelst gesundheitsfördernde und gesundheitsberatende Dienstleistungsangebote. Eine große Berücksichtigung findet hier der Faktor Ernährung.

Rund 97 % der Bachelorabsolvent*innen steigen sofort ins Berufsleben ein.

Erhöhte Jobchancen durch demografische Entwicklungen und Veränderungen im Gesundheitssektor

Die Erhaltung der Gesundheit wird in Europa mehr und mehr in den Vordergrund rücken. Bei einer Steigerung von 10 Prozent an Menschen, die sich regelmäßig bewegen, sind laut einer Studie von Sports Econ Austria Einsparungen von bis zu 117 Millionen Euro jährlich möglich. Die dafür notwendigen Entwicklungen und Veränderungen im Gesundheitsbereich sowie die steigenden Anforderungen lassen den Bedarf an qualifiziert ausgebildeten Personal im Gesundheitswesen stark ansteigen. Deine Jobchancen sind vor allem im Managementbereich des Gesundheitswesens sehr groß, da dieser einen großen Stellenwert einnimmt. Weitere Aussichten bestehen im Bereich gesunde Ernährung, Prävention und Gesundheitsförderung, da die Bereiche Gesundheit, Fitness und Sport einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen. In der Gesundheitswissenschaft ergibt sich zudem ein Trend in Richtung Professionalisierung bzw. Spezialisierung. Somit entstehen laufend neue Berufsbilder, die in Zukunft zusätzliches Beschäftigungspotenzial gewährleisten können.

Ein großes Beschäftigungspotenzial liegt aufgrund sozialer sowie demografischer und medizinischer Entwicklungen auch im Pflegewesen vor. Im Jahr 2018 gab es in Österreich insgesamt 264 Krankenanstalten (allgemeine Krankenanstalten, Sonder- und Genesungsheime, Sanatorien sowie Pflegeanstalten für chronisch Kranke). Die Beschäftigungszahl im Gesundheitswesen ist in diesen Anstalten in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Die größte Personalgruppe in den Krankenanstalten bilden nach wie vor die diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger*innen. Diese Ausbildung erfolgt nur mehr bis Ende 2023 an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege – ab dann findet diese nur mehr an Fachhochschulen statt. „Die Ausbildung an einer Fachhochschule bedeutet keine Verwissenschaftlichung der Pflege. Es geht darum, sich an die Veränderungen im Beruf anzupassen und auf einen europäischen Standard zu kommen“, sagt Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Pflegeverbands. Auch freiberufliche diplomierte Pfleger*innen sind zunehmend gefragt.

Eine Gegenüberstellung der betreuten Personen und des Pflegepersonals verdeutlicht den Bedarf:

Gegenüberstellung der betreuten Personen und des verfügbaren Pflegepersonals in den Bereichen „Stationärer Dienst“ und „Mobile Dienste“

Um diesen erhöhten Pflegebedarf zu bewerkstelligen, braucht es bis 2050 rund 40.000 neuer Pflegekräfte.

So kann dein Berufseinstieg im Gesundheitssektor aussehen

Wie du unschwer erkennen kannst, sind deine Jobchancen nach dem Studium relativ vielversprechend. Dies bestätigt auch eine Studie der FH Campus Wien: Rund 97 % der Bachelorabsolvent*innen steigen sofort ins Berufsleben ein.

Gefragt sind Absolvent*innen aufgrund der dynamischen Entwicklung im Gesundheitssektor im Bereich Qualitäts- und Risikomanagement, als Projektmanager*innen, Pflegedienstleister*innen sowie als Controller*innen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

In Bezug auf Karrierestufen ist mit einem Bachelorabschluss eine Position bis zum mittleren Gesundheits- und Pflegemanagement möglich. Für eine höhere Position oder akademische Lehre und Forschung ist eine Masterausbildung vorteilhaft. Wenn du bei deinem Berufseinstieg besonders aufs Tempo drücken willst, lohnen sich Auslandsaufenthalte während des Studiums, da Pflegewissenschaft im Ausland bereits etablierter ist.

Mit welchem zusätzlichem Know-how du deinen Berufseinstieg sonst noch erleichtern kannst und welches Einstiegsgehalt du als Pflege- und Gesundheitswissenschaftler*in erwarten kannst, erfährst du hier.

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