In der Praxis sieht man, wo Fachbereiche in Unternehmen angewandt werden – erst dann kommt das wirkliche Verständnis dafür | Talto

In der Praxis sieht man, wo Fachbereiche in Unternehmen angewandt werden – erst dann kommt das wirkliche Verständnis dafür

/ von Karoline Wöhri
veröffentlicht am 19. Oktober 2020
Story
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Von der Marketing Managerin zur Gründerin und Geschäftsführerin und warum man Organizational Behaviour doch mehr braucht, als man sich im Studium denkt

Hallo, ich bin Sophie und erzähl dir kurz, wie mein Berufsweg nach dem Studium aussah und welche Erfahrungen ich dir weitergeben kann:

Das musst du über mich wissen

  • Studium: Bachelor

    Management & Economics (Wiwi)

  • Studium: Master

    Strategic Management

  • Hochschule: Bachelor & Master

    Universität Innsbruck

  • Abschlussjahr

    2016

  • Mein erster Job war:

    Marketingmanagerin

  • Das steht jetzt auf meiner Visitenkarte

    CEO & Founder

Berufsalltag: Ein kurzer Einblick für dich

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?

In einer typischen Arbeitswoche bin ich oft Mädchen für alles! Als Gründerin und Geschäftsführerin kümmere ich mich natürlich um alle administrativen Angelegenheiten: Rechtliche Themen, Buchhaltung, Personalabrechnungen, und Mitarbeitersuche. Das sind Dinge, die irgendwie nebenbei gehen müssen. 

Den Rest meiner Zeit widme ich der Produktentwicklung – von der Koordination zwischen Kunden, potentiellen Kunden und Entwickler*innen bis hin zur Erstellung von neuen Designs für unsere App und unseren online Kanälen. Hin und wieder nehm' ich auch mal den ein oder anderen Audio-Track für unsere App auf.

Im Moment genieße ich es sehr, dass ich endlich wieder am Produkt arbeiten kann. Sprich das ganze User- und Kundenfeedback, das wir in der Vergangenheit bekommen haben, im Team durchzugehen, zu diskutieren und daraufhin neue Designs und Ideen auszuarbeiten.

Nachdem wir mittlerweile Pilotprojekte mit zwei international tätigen Firmen im Gange haben und das eine komplett neue Richtung und Erfahrung für uns ist, bin ich da natürlich mit Feuer und Flamme dabei.

Auf welches berufliches Projekt blickst du besonders gern zurück oder arbeitest derzeit sehr gerne daran?
Zurückblickend schau' ich immer wieder gerne zurück, was sich in den letzten zwei Jahren getan hat. Manchmal hat man das Gefühl, es geht nur in Babyschritten voran, aber wenn man sich dann wieder einmal in Erinnerung ruft, welche Fortschritte und Erfolge man in relativ kurzer Zeit erreicht hat und welche Entwicklung man hingelegt hat, freut mich das schon sehr.

Welche Herausforderungen bringt dein Job mit sich?
Der Druck ist manchmal ehrlicherweise schon enorm. Hin und wieder ist es durchaus Leben am Limit und man muss diverse Situationen gut balancieren können. 

Was ist der Hauptgrund, warum du deinen Job magst?
Wenn ich heute eine Idee hab, kann ich sie morgen umsetzen. Ohne irgendwen anderen um seine Erlaubnis fragen zu müssen. Die Flexibilität und die Freiheit in meinem Beruf sind für mich mit Abstand das Schönste.

Wo siehst du dich zukünftig?
Nach wie vor CEO & Co-Founder von einem Startup, das am Markt erfolgreich ist, skalierfähig ist und vielleicht irgendwann einen ordentlichen Exit schafft. Danach wahrscheinlich das nächste Startup oder einen VC gründen.

Finanzierung, Förderungen, Netzwerkaufbau sind Tätigkeiten, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem weil hier sehr viel strategische Planung dazukommt.

Kenntnisse, die du dafür brauchst

Wie viel müssen Absolvent*innen bei ihrem Berufseinstieg bereits können? 
Mein Studium hat mich mit Sicherheit sehr gut auf meinen jetzigen Job vorbereitet. Aber, was eigentlich traurig ist, du kannst 5 Jahre Wirtschaft studieren und hast immer noch keinen Plan, wie du jetzt genau ein Unternehmen gründest. Kann sein, dass ich vielleicht nicht immer zu 100 % aufgepasst hab', oder dass ich damals noch zu weit entfernt von der Arbeitswelt war, um die Thematik auch wirklich zu verstehen. Aber wie gesagt, vieles lernt man erst im Beruf. Insbesondere Zwischenmenschliches, Arbeitseinstellung, was Produktivität heißt und wie man Prioritäten setzt.

Welche Kenntnisse aus dem Studium haben dir geholfen?
Vor allem die Art und Weise Sachverhalte zu analysieren und strategisch anzugehen, haben mir bisher enorm geholfen. Das kritische Denken und der Versuch verschiedene Sichtweisen auf gewissen Dinge in Betracht zu ziehen.

Gibt es Kenntnisse, die du heute brauchst, die du dir aber erst aneignen musstest?
Organizational Behaviour. Ich kann mich erinnern, als ich damals in der Vorlesung gesessen bin und mir gedacht hab: irgendwo ist das eh alles klar. Wozu machen wir das? In welchem Job kann ich das direkt anwenden? Denkste ... in jedem, weil man Ahnung davon haben muss, wie man mit Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen umgeht, warum man mit ihnen wie umgeht, und was das für die Dynamik in der Zusammenarbeit bedeutet.

Deine Einschätzung zu Bachelor / Master / Doktorat Abschlüssen: Welcher Ausbildungsgrad ist in deinem Bereich unbedingt nötig?
Bachelor ist für mich reines Basiswissen. Da weiß man von allem ein bisschen was, aber in Wahrheit von nichts wirklich was. Der Master ist sehr wichtig für die Vertiefung und bestimmt meiner Meinung nach stark, in welchen Bereich man im Beruf Fuß fassen will. Ehrlich gesagt, ist der Doktor für mich eher Prestige – in manchen Berufen sicherlich sehr wichtig, in meinem definitiv nebensächlich.

Mein Tipp an dich:

Während dem Studium würde ich mir definitiv raten, besser aufzupassen in diversen Fächern. Allerdings war damals das Verständnis für manche Fachbereiche ziemlich limitiert, wenn man damit noch nie zuvor in Berührung gekommen ist oder Ahnung hat, wie man das im Großen und Ganzen im Unternehmen einzuordnen hat. Mir hätte es sehr geholfen, wenn ich vor Beginn meines Bachelorstudiums mehr Einblicke in Unternehmensprozesse und Abläufe bekommen hätte oder einfach schon ein bisschen mehr Berufserfahrung in dem Bereich gehabt hätte.

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