In der Praxis lernt man sowieso Dinge, die man im Studium gar nicht lernen kann. | Talto

In der Praxis lernt man sowieso Dinge, die man im Studium gar nicht lernen kann.

/ von Karoline Wöhri
veröffentlicht am 13. Oktober 2020
Story
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Vom BWL Studium zum Human Resource- & Marketing Job

Hallo, ich bin Verena und erzähl dir kurz, wie mein Berufsweg nach dem Studium aussah und welche Erfahrungen ich dir weitergeben kann:

Das musst du über mich wissen

  • Studium: Bachelor

    Betriebswirtschaftslehre

  • Studium: Master

    Betriebswirtschaftslehre mit zwei Schwerpunkten: Entrepreneurship & Wirtschaftsinformatik

  • Hochschule: Bachelor & Master

    Karl-Franzens-Universität Graz

  • Abschlussjahr

    2016

  • Mein erster Job war:

    Marketing Assistenz

  • Das steht jetzt auf meiner Visitenkarte

    Human Resources und Marketing bei BYTEPOETS GmbH

Berufsalltag: Ein kurzer Einblick für dich

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?
Der erste Weg ist zur Kaffeemaschine, wo ich mich mit meinen Arbeitskolleg*innen übers Wochenende unterhalte 😊. Das Miteinander und auch die freundschaftliche Ebene bei uns im Unternehmen ist wirklich großartig und wir verstehen uns alle sehr gut. Aber im Human Resources ist es für mich persönlich sehr wichtig zu wissen, wie es den Leuten geht und mich für sie zu interessieren. Was ich an meinem Job liebe ist, dass er sehr vielfältig ist und eigentlich kein Tag dem anderen gleicht. Grundsätzlich bin ich für folgende Bereiche verantwortlich:

Employer Branding (Recruiting & Loyalty), Personalentwicklung, Bewerbermanagement, Optimierung Candidate Journey, Personalonboarding, Lohnverrechnung, Personalverwaltung, Personalcontrolling, Grafikdesign, Social Media Marketing, PR, Eventmarketing, Marketing KPI, Sponsoring.

Wir sind ein Unternehmen mit 25 Mitarbeiter*innen, deshalb lassen sich die Bereiche bis dato noch von mir alleine steuern und umsetzen. Ich hab aber tatkräftige Unterstützung vor allem im HR, PR und Grafikdesign.

Welche Herausforderungen bringt dein Job mit sich?
Da wir mit 25 Personen noch ein kleineres Unternehmen sind, kommt es natürlich vor, dass unvorhersehbare Dingen passieren, auf die man schnell reagieren muss. Daher gibt es öfters einen Fokus- und Prioritätenwechsel in meinen Tätigkeiten. Das heißt, dass man was liegen lassen muss, weil gerade was anderes wichtiger ist. Aber da kommt wieder die Abwechslung ins Spiel und dadurch wird es auch nie langweilig. Ich brauche die Action. 😉

Was ist der Hauptgrund, warum du deinen Job magst?
Das eigenverantwortliche und selbstständige Arbeiten in Kombination mit den liebsten, lustigsten und besten Arbeitskolleg*innen der Welt. 
Ich arbeite sehr gerne an Verbesserungen und Optimierungen rund ums Thema Employer Branding. Angefangen beim Recruiting und Onboarding bis hin zum Verlassen des Unternehmens - Mitarbeiter*innen sollen sich bei uns gut aufgehoben und vor allem geschätzt fühlen.

Ein Projekt, an das du besonders gern zurückdenkst? 
2018 haben wir den zweiten Platz bei Great Place to Work in der Kategorie Small Business erreicht. Auf diese Auszeichnung schaue ich gerne zurück, denn ich bin wirklich sehr stolz auf unsere Arbeitsweise, unser Miteinander und unsere Motivation, qualitativ hochwertige und schöne Produkte ("fancy shit" würde meine Arbeitskollegin sagen) zu entwickeln. 

Wo siehst du dich zukünftig?
Definitiv wird Marketing, Design und Kreativität immer eine große Rolle in meinem Leben spielen. 

Im Human Resources ist es für mich persönlich sehr wichtig zu wissen, wie es den Leuten geht und mich für sie zu interessieren!

Kenntnisse, die du dafür brauchst

Wie viel müssen Absolvent*innen bei ihrem Berufseinstieg bereits können? 
Ich denke, es hat so gepasst wie es war. In der Praxis lernt man sowieso Dinge, die man im Studium gar nicht lernen kann. Ich würde sagen, ein Studium gibt einem eine gutes Paket an Hard Skills aber vor allem auch - und das ist nicht zu unterschätzen - Soft Skills mit. Eigenständiges Arbeiten, Zeitmanagement, Recherchefähigkeiten, etc. - meiner Meinung nach sehr wichtige Eigenschaften.

Warst du beim Berufseinstieg eher über- oder unterfordert?
Mein erster Job war als Marketing Assistenz. Zu Beginn war ich froh, einen Job zu haben und auch endlich mein Können und Wissen in der Praxis anzuwenden aber auch zu erweitern. Unterfordert war ich nicht. Ich merkte, dass mir ein wenig praktisches Wissen fehlte, aber ich kam gut in meine Tätigkeit rein. Ich wusste allerdings bereits zu Beginn, dass ich noch weitere Ausbildungen machen möchte und das tat ich auch etwas später in meiner beruflichen Laufbahn. Was mir von meinem ersten Job gut in Erinnerung bleiben wird, ist, dass ich kaum Verantwortung übertragen bekam und das Lob für meine Arbeit mein direkter Vorgesetzter bekam. Aber das war für meinen ersten Job absolut in Ordnung - ich wusste jedoch, dass ich mehr als eine Assistenz sein möchte.

Über welche Kenntnisse / Fächer aus dem Studium bist du heute besonders froh?
Die Spezialisierung Entrepreneurship und Unternehmensgründung. Es war sehr praxisnah und dadurch kam ich auch zum Verein Ideentriebwerk Graz. 

Deine Einschätzung zu Bachelor / Master / Doktorat Abschlüssen: Welcher Ausbildungsgrad ist in deinem Bereich unbedingt nötig?
Bachelor und Master. Mit einem Doktor wäre man in meiner Position bereits "überqualifiziert". Ich mag das Wort nicht, aber ich denke, ein Doktor ist doch eher dafür gedacht, mehr in Richtung Forschung tätig zu sein. 

Ein Studium ist aber meiner Meinung nach nicht UNBEDINGT notwendig. Man kann auch durch Berufserfahrung und diverse Weiterbildungen und Schulungen sehr viel lernen und erreichen.

Das Studium gibt einem aber nicht nur Wissen mit und das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt: man bekommt einen anderen Blickwinkel auf manche Dinge, man baut sich ein großes Netzwerk auf, man lernt selbstständig zu arbeiten, und so vieles mehr. Das ist von unschätzbarem Wert. 

Mein Tipp an dich:

1) „Mach das Auslandssemester!" 😉

2) „Fang früher mit außeruniversitären Aktivitäten an, um ein Netzwerk aufzubauen" – wie bspw. dem Mitarbeiten bei Vereinen. Das Ideentriebwerk Graz habe ich leider recht spät in meinem Studium kennen und lieben gelernt. Das Netzwerk und die Freundschaften, die ich mir da aufgebaut habe, sind so wertvoll. Dadurch bin ich auch zu meinem jetzigen Job gekommen. 

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