Bei Transportplanung ist auch Kreativität gefragt, um alternative Möglichkeiten zu finden. | Talto

Bei Transportplanung ist auch Kreativität gefragt, um alternative Möglichkeiten zu finden.

/ von Karoline Wöhri
veröffentlicht am 8. Oktober 2020
Story
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Über den Alltag als Supply Chain Managerin und welche Soft Skills dabei unbedingt notwendig sind

Hallo, ich bin Katja und erzähl dir kurz, wie mein Berufsweg nach dem Studium aussah und welche Erfahrungen ich dir weitergeben kann:

Das musst du über mich wissen

  • Studium: Bachelor

    Industriewirtschaft

  • Studium: Master

    International Industrial Management

  • Hochschule: Bachelor & Master

    FH Joanneum

  • Abschlussjahr

    2016

  • Mein erster Job war:

    Supply Chain Managerin

  • Das steht jetzt auf meiner Visitenkarte

    Supply Chain Manager / Transportplanung

Berufsalltag: Ein kurzer Einblick für dich

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?
Aufgrund dessen, dass ich in meiner Arbeit sowohl operativ als auch taktisch & strategisch eingesetzt werde, ist für mich am wichtigsten, operativ auf dem aktuellen Stand zu sein. Das erste, was in der Früh also gemacht wird: auf den aktuellen Stand vom Vortag kommen - in einer Transportabteilung kann in der einen Minute noch alles in Ordnung sein, fünf Minuten später ist es jedoch möglich, dass Verspätungen o.ä. auftreten und die Produktionslinie nicht mehr mit Material versorgt werden kann - das Wichtigste für unsere Abteilung ist, einen Produktionsstop zu verhindern!

Wenn ich nicht direkt am operativen Tagesgeschäft beteiligt bin, werden von mir Transporte strategisch aufgeplant. Das bedeutet eine Planung hinsichtlich Transportmodus (Luft, See, Road), Transportlaufzeit etc.  und deren Bewertung hinsichtlich der Machbarkeit (Rahmenbedingungen für Lieferanten, Spediteure, Empfänger*innen müssen hier berücksichtigt werden) und der finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen. Diese Arbeiten sind teilweise sehr umfangreich und man muss viele Informationen dafür berücksichtigen - es ist wichtig, alle notwendigen Informationen zu sammeln, um damit realistische Transporte zu planen.

Besonders spannend sind Planungen, welche als Einsparungsprojekte (Senkung der Transportkosten) gemacht werden. Hier kann man die direkte Auswirkung der Planung und Umsetzung des Projektes monetär sehen.

Welche Herausforderungen bringt dein Job mit sich?
Für operative Tätigkeiten: Man muss in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.

Für strategische (Planungs-)Tätigkeiten: Man muss alle Rahmenbedingungen und Informationen, die zu planende Transporte beeinflussen könnten, berücksichtigen. Diese können lieferantenspezifisch (Abholzeiten, Lagerbedingungen etc.) sein, aber auch für die Allgemeinheit relevant sein (z.B. Wochenendfahrverbote, gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten von LKW-Fahrer*innen).

Was ist der Hauptgrund, warum du deinen Job magst?
Er ist sehr abwechslungsreich - man macht nicht jeden Tag das Gleiche und oft ist bei Planungen auch Kreativität gefragt, um alternative Möglichkeiten zu finden. 

Wo siehst du dich zukünftig?
Ich hatte das Glück, gleich nach meinem Studium einen Job zu bekommen, der mir gefällt, in einem Bereich, welcher sehr abwechlungsreich und vielseitig ist. Ich möchte mich auf alle Fälle im Transportbereich weiterentwickeln - zB in Richtung Frachteinkauf und Frachtcontrolling

Vertiefte Excel Kenntnisse sind für die Aufbereitung von Präsentationen für die Managementebene wichtig.

Kenntnisse, die du dafür brauchst

Wie viel müssen Absolvent*innen bei ihrem Berufseinstieg bereits können? 
Ich würde sagen, das kommt auf das Unternehmen an. Ist das Unternehmen zB ein KMU, ist es möglich, dass Fachwissen aus dem Studium ausreichend ist, um Arbeiten durchzuführen, Abteilungen und deren Tätigkeitsbereich zu formen, Ideen aus dem Studium einzubringen, Systeme zu entwickeln etc. Es ist möglich, hier etwas freiere Hand zu haben, wie etwas gestaltet wird - dementsprechend ist Fachwissen aus dem Studium wichtig, um das zu ermöglichen.

In großen Konzernen gibt es bereits Strukturen, Arbeitsbereiche und geformte Abteilungen. Hier wird die Arbeit spezifisch auf die Mitarbeiter*innen aufgeteilt. Es gibt z.B. Key-Account Manager*innen für einen regionalen Bereich, oder es gibt Entwickler*innen, welche sich auf eine spezielle Komponente eines Produktes spezialisieren. Dementsprechend muss man zuerst die Strukturen der Produkte bzw. des Unternehmens kennenlernen, um die Arbeit auszuführen. Hier muss man sich spezifisches Wissen über das Unternehmen aneignen. Das Fachwissen aus dem Studium ist nicht umsonst, es kann helfen Strukturen und Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten besser zu verstehen und zukünftig Ideen zu Veränderungen hervorbringen, aber es ist nicht vorrangig.

Über welche Kenntnisse / Fächer aus dem Studium bist du heute besonders froh?
Es sind vor allem Soft Skills, wie z.B. das Erkennen von Konfliktpotentialen zwischen Abteilungen, über den Tellerrand blicken, um Ideen zu entwickeln, Verstehen von Führungsstilen und den richtigen Umgang mit diesen. Auch Wissen über eine Organisation half mir sehr, um Firmenstrukturen zu verstehen. Natürlich auch Projektmanagement, um organisiertes Arbeiten zu ermöglichen.

IT-Fächer, in denen die Möglichkeiten von z.B. MS Access und Excel sehr vertieft vermittelt wurden; teilweise auch Programmierung - diese Fächer helfen nicht nur bei der Anwendung der Programme selbst, sondern auch um andere "neue" Programme zu verstehen (den Aufbau, die Handhabung etc.).

Gibt es Kenntnisse, die du heute brauchst, die du dir aber erst aneignen musstest?
Abteilungsspezifische Kenntnisse: Erklärung von Systemen, Transportspezifische Kenntnisse; 
Soft Skills: Mentale Fitness, um in stressigen Situationen Methoden zu kennen und so einen kühlen Kopf zu bewahren.

Deine Einschätzung zu Bachelor / Master / Doktorat Abschlüssen: Welcher Ausbildungsgrad ist in deinem Bereich unbedingt nötig?
Für den operativen Bereich ist eine berufliche Ausbildung, als Betriebslogistiker*in, Speditionskaufmann/-frau oder Speditionslogistiker*in wahrscheinlich am sinnvollsten.

Für den strategischen Bereich ist es schon wichtig, einen allgemeineren Blick auf die Dinge zu bekommen und eventuell Gedanken, Ideen oder Wissen von anderen Abteilungen zu kombinieren und zu wissen, wie man das macht und wie man es aufbereitet. Hier ist eine akademische Ausbildung (Master) sicher sinnvoll, da aus unterschiedlichsten Bereichen Wissen einfließen soll.  

Mein Tipp an dich:

Man sollte für Möglichkeiten offen sein, die einem auf den ersten Blick nicht passend erscheinen. 

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