Homeoffice, Praktikumsabbruch & Co: So beeinflusst Corona die Arbeitswelt | Talto

Homeoffice, Praktikumsabbruch & Co: So beeinflusst Corona die Arbeitswelt

/ von Patrick Schlauer
veröffentlicht am 14. März 2020
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Das Coronavirus hält aktuell die ganze Welt in Atem und bringt die Wirtschaft massiv ins Schwanken. Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gezwungen, ihren Arbeitsalltag wesentlich zu ändern. Wir haben für dich zusammengefasst, wie das Coronavirus die Arbeitswelt umkrempelt und welche Dos and Don’ts du in deinem Berufsalltag unbedingt beherzigen solltest.

Homeoffice: Was wir uns von Newton abschauen können

Als eine der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hat die österreichische Bundesregierung Unternehmen aufgerufen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen. Die Arbeit von zu Hause aus muss zwischen dem Unternehmen und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abgestimmt werden. Ein Recht auf Homeoffice gibt es ebenso wenig wie eine Verpflichtung. Wenn es dir deine Tätigkeit ermöglicht, solltest du in jedem Fall die Homeoffice-Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Auch wenn die Arbeit vom eigenen Schreibtisch aus für einige Berufsgruppen ungewohnt sein mag, ist Homeoffice keine Erfindung der modernen Arbeitswelt. Schon im 14. Jahrhundert arbeiteten Menschen im sogenannten Verlagssystem von zu Hause aus. Die Sternstunde des Homeoffice ereignete sich 1665/66: Sir Isaac Newton studierte zu dieser Zeit gerade in Cambridge, als alle Studierenden aufgrund einer Pestepidemie nach Hause geschickt wurden. Zu Hause in Woolsthorpe Manor entwickelte Newton mehrere revolutionäre Theorien, darunter das berühmte Gravitationsgesetz. 

Krank in die Arbeit: Ein absolutes No-Go

Krank in die Arbeit zu gehen, ist laut einer Studie der Arbeiterkammer keine Seltenheit in Österreich: Neun von zehn Personen sind schon mindestens einmal krank in die Arbeit gegangen. Als Gründe gaben die Befragten an, dass sie ihre Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich lassen oder Termine versäumen wollten. In Zeiten von Corona sollte dieses Thema jedoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aktuell sollten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tunlichst darauf verzichten, krank in die Arbeit zu gehen. Auch wenn du nur eine leichte Verkühlung hast, solltest du deinen Arbeitgeber darüber informieren und zu Hause bleiben. Damit trägst du nicht nur zu einer rascheren Genesung bei, sondern schützt auch deine Kolleginnen und Kollegen. 

Probleme für FH-Studierende: Manche Pflichtpraktika werden abgebrochen

Das Coronavirus beeinflusst den Studierendenalltag nicht nur durch die Umstellung von der Präsenzlehre auf die virtuelle Lehre. Vielen FH-Studierenden, die kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung stehen, wird durch die Corona-Maßnahmen ein Stein in den beginnenden Berufsweg gelegt. Pflichtpraktika, die in der Regel in den letzten beiden Studiensemestern absolviert werden müssen, werden von Unternehmen aufgrund der unsicheren (wirtschaftlichen) Situation teilweise abgebrochen. Wir haben mit mehreren betroffenen Studierenden gesprochen, die ihre Situation folgendermaßen schildern: Sie alle seien rund um den 13. März von ihrem Arbeitgeber über den Abbruch ihres Praktikums informiert worden. Aktuell würden sich die Hochschulen um entsprechende Lösungen bemühen, die einen reibungslosen Studienabschluss gewährleisten sollen.

So reagieren große Unternehmen auf die Corona-Krise

Finanzminister Gernot Blümel hat als Reaktion auf die Mehrausgaben das angestrebte Nulldefizit der Regierung abgesagt. In Deutschland wird offen über eine mögliche Rezession (Rückgang der Konjunktur, sinkendes Bruttoinlandsprodukt) diskutiert. Klar scheint, dass die Wirtschaft mehr oder weniger stark unter der Situation leiden wird. Das britische Wirtschaftsforschungsunternehmen Capital Economics rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung in der gesamten Eurozone um 1,2 % einbrechen wird. Erste Reaktionen größerer Unternehmen fallen sehr unterschiedlich aus: Das österreichische Catering-Unternehmen DO & CO meldete vorsorglich Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim AMS an. Die Casinos Austria meldeten 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kurzarbeit an. Vor allem die Tourismusindustrie bereitet sich auf starke Umsatzeinbußen vor. Busunternehmen sehen teilweise ihre Existenz bedroht, sollte sich an der aktuellen Situation nichts ändern. 

Größere Unternehmen nutzen digitale Kanäle, um das Geschäft am Laufen zu halten: So reagierten die beiden Autohersteller BMW und Mercedes auf die Corona-bedingte Absage des Genfer Autosalons beispielsweise mit virtuellen Pressekonferenzen. Mittlerweile wird dieses Modell auch in Österreich angedacht, um Unternehmen, die auf öffentlichkeitswirksame Kommunikation angewiesen sind, zu unterstützen. 

Das Zauberwort der Stunde heißt Solidarität

Neben den teils erschreckenden Schlagzeilen rund um das Coronavirus gibt es auch einige Lichtblicke: Unter dem Hashtag #Nachbarschaftschallenge formierten sich in den letzten Tagen zahlreiche private Initiativen, die Menschen aus der Risikogruppe (ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen) mit Einkäufen oder sonstigen Besorgungen unter die Arme greifen. Dieses Modell könnte auch in Unternehmen funktionieren. Wenn du Kolleginnen oder Kollegen kennst, die zur Corona-Risikogruppe gehören (weil sie beispielsweise unter einer Vorerkrankung wie Diabetes oder Krebs leiden) kannst du ihnen aktiv deine Hilfe anbieten, Einkäufe für sie erledigen, ihre Kinder betreuen oder mit ihren Hunden Gassi gehen. Auch solche kleinen Gesten können in Zeiten wie diesen eine große Wirkung erzielen. Das Zauberwort der Stunde heißt ganz klar Solidarität. Auch wir von Talto wollen unseren Beitrag dafür leisten und bieten kostenlose Inserate für Kinderbetreuung und Essenszustellung an: talto.com/nachbarschaftshilfe

Wichtig ist, dass du die Maßnahmen ernst nimmst und dich laufend über die aktuelle Entwicklung der Lage (z. B. auf news.orf.at) informierst. Nur gemeinsam können wir die gegenwärtige Situation bewältigen.

Das gesamte Talto-Team wünscht dir und deiner Familie viel Kraft, Geduld und Ausdauer. Und das Wichtigste: Bleib gesund!

 

 

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