Arbeiten während des Studiums: Was du bei Jobsuche, Obergrenzen & Co beachten musst | Talto

Arbeiten während des Studiums: Was du bei Jobsuche, Obergrenzen & Co beachten musst

/ von Patrick Schlauer
veröffentlicht am 4. September 2020
Arbeitsleben & Trends
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Für acht von zehn Studierenden in Österreich gehört Arbeiten während ihres Studiums zum Alltag. Job und Studium gleichzeitig zu meistern, kann allerdings ganz schön viel Nerven und Zeit kosten. In unserem Talto-Leitfaden zeigen wir dir, worauf es bei der Jobwahl ankommt und wie du das Beste aus deinem Nebenjob herausholst. Außerdem erfährst du, worauf du bei Obergrenzen für Studien- und Familienbeihilfe achten musst.

Soll ich neben meinem Uni- oder FH-Studium einen Job annehmen? Eine Frage, die die österreichischen Studierenden mehrheitlich mit einem „Ja“ beantworten, wie eine Umfrage von ÖH und Gewerkschaft unter 6.500 Studierenden beweist: Rund 80 % der Studierenden sind neben ihrem Studium berufstätig und meistern tagtäglich den Spagat zwischen Seminaren, Prüfungen und Nebenjob. Damit du Studium und Job unter einen Hut bringst und im besten Fall auch noch wertvolle Berufserfahrung sammelst, gilt es einige Punkte zu beachten. In unserem Talto-Leitfaden findest du drei zentrale Fragen, die du dir vor jeder Nebenjobsuche stellen solltest.

Der Talto-Leitfaden für Job und Studium

1️⃣ Welches Arbeitsverhältnis kommt für mich in Frage?

Bevor du dich auf die Jobsuche begibst, musst du für dich selbst entscheiden, welches Arbeitsverhältnis zu deinem Studium und deiner persönlichen Situation passt. Mehr als die Hälfte der Studierenden ist laut der Umfrage geringfügig beschäftigt. Das heißt, dass bei regelmäßiger Beschäftigung nicht mehr als 460,66 Euro pro Monat verdient werden. Für die meisten geringfügigen Jobs ist ein Aufwand von rund 10 Stunden pro Woche notwendig, was eine geringfügige Beschäftigung für Studierende so attraktiv macht.

Daneben gibt es vor allem für Studierende technischer Studienrichtungen die Möglichkeit, als Werkstudentin und Werkstudent zu arbeiten. Im Vergleich zu geringfügig Beschäftigten arbeiten Werkstudent*innen bis zu 20 Stunden pro Woche immer fachbezogen zu ihrem Studium. Oftmals erhalten sie auch die Möglichkeit, ihre Bachelor- oder Masterthesis in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen zu schreiben.

Für manche Studierende – vor allem aus dem Marketing- und Kreativbereich – kann auch eine selbstständige Tätigkeit während des Studiums interessant sein. Nach einer Gewerbeanmeldung bei der WKO kann man als Freelancer*in Leistungen anbieten und Kund*innen in Rechnung stellen. Genaueres dazu findest du hier.

Egal, für welche Variante du dich entscheidest: Informiere dich stets darüber, welches Dienstverhältnis du hast und wie es sich für dich auswirkt. Die Unterschiede zwischen einem Arbeitsvertrag, einem freien Dienstvertrag und einem Werkvertrag hat die WKO hier zusammengefasst.

2️⃣ Wie viel will und darf ich verdienen?

Ein wesentlicher Faktor, wenn es darum geht, sich für einen Nebenjob zu entscheiden, ist die Bezahlung. Wenn du Familien- oder Studienbeihilfe beziehst, solltest du bei deiner Jobsuche allerdings nicht nach dem Motto „Je mehr Geld, desto besser“ vorgehen. Bei beiden Beihilfen gibt es nämlich Zuverdienstgrenzen, die du nicht überschreiten darfst, wenn du die Beihilfen nicht verlieren willst. Sowohl bei Familien- als auch bei Studienbeihilfe beträgt diese Zuverdienstgrenze 10.000 Euro pro Jahr. Während bei der Familienbeihilfe Einkünfte aus Waisenpensionen, Pendlerpauschale oder Wohnbauförderung nicht zum Einkommen gezählt werden, ist die Regelung bei der Studienbeihilfe strenger. Informiere dich vor Jobantritt also genau, wie viel du pro Jahr verdienst und wie sich das auf etwaige Beihilfen auswirken kann. Grundsätzlich gilt: Wer geringfügig beschäftigt ist, muss sich um die Beihilfen keine Sorgen machen. 

3️⃣ Was erwarte ich mir von meinem Nebenjob?

In der Regel gibt es zwei Antwortmöglichkeiten: Geld verdienen oder Berufserfahrung sammeln. Im Idealfall vereint der Nebenjob beides. Allerdings sind solche Stellen nicht immer leicht zu finden, wie die ÖH-Umfrage zeigt. Mehr als die Hälfte der befragten Studierenden gab an, dass ihr Nebenjob nur teilweise oder gar nicht zu ihrer Studienrichtung passt. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du jedoch unbedingt nach fachbezogenen Stellenangeboten suchen. Wenn dein Nebenjob zu deiner Studienrichtung passt, schlägst du nämlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du verdienst Geld und sammelst gleichzeitig wertvolle Berufserfahrung, die sich gut im Lebenslauf macht. Wo du diese Jobs findest? Auf unserer Karriereplattform. Dort stellen wir dir renommierte Unternehmen und die interessantesten Stellenanzeigen für Studierende und junge Talente vor.

Bei einigen Studienrichtungen hast du ohne entsprechenden Studienabschluss allerdings nicht wirklich die Möglichkeit, schon während des Studiums in deinem späteren Berufsfeld zu arbeiten – von (Pflicht-)Praktika einmal abgesehen. In diesen Fällen hast du immer noch die Möglichkeit, praktische Erfahrung durch ehrenamtliches Engagement zu sammeln. 

Du stößt bei deiner Jobsuche immer wieder auf den Begriff Kollektivverträge und wolltest immer schon wissen, was Kollektivverträge genau regeln? Dann wirf einen Blick auf diesen Blogartikel.

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