Impostor-Syndrom: Die Leiden der jungen Erfolgreichen | Talto

Impostor-Syndrom: Die Leiden der jungen Erfolgreichen

Von Patrick Schlauer · Veröffentlicht am 17. März 2020

Ende der 1970er Jahre wurden erste Studien zum Impostor-Syndrom durchgeführt. Heute, mehr als 40 Jahre später, ist das sogenannte Hochstapler-Phänomen fixer Bestandteil unserer Lebens- und Arbeitswelt. Betroffene sind meist gut ausgebildet und beruflich erfolgreich, leiden aber an massiven Selbstzweifeln und Angst. Die Folgen: Überarbeitung, Stress oder sogar Karriereabbruch. Aber woher kommt das Impostor-Syndrom? Wer ist davon betroffen? Und was hilft dagegen? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Impostor-FAQs.

Hochstaplerinnen und Hochstapler (Englisch: impostors) geben vor, etwas zu sein, das sie in Wahrheit nicht sind. Menschen, die am Impostor-Syndrom leiden, halten sich selbst für Hochstaplerinnen und Hochstapler, werden von ihrem Umfeld aber nicht als solche angesehen – im Gegenteil. Betroffene sind meist gut ausgebildet, feiern berufliche Erfolge und werden von Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit geschätzt. Dennoch ist es ihnen nicht möglich, an ihre eigenen Leistungen zu glauben. Impostor-Betroffene sind der Meinung, sie würden den Erfolg nicht verdienen und andere würden sie überschätzen. Von massiven Selbstzweifeln geplagt, geraten die Betroffenen oft in einen Strudel aus Angst, Überarbeitung und Stress.

Damit du frühzeitig erkennst, ob auch du vom Hochstapler-Phänomen betroffen bist, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum Impostor-Syndrom zusammengefasst.

Warum ist das Impostor-Syndrom heute so präsent in der Arbeitswelt?

Der „War for Talents“ ist mit ein Grund dafür, dass das Impostor-Syndrom heute so weit verbreitet scheint. Unternehmen setzen alles daran, die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Das verschärft den Konkurrenzkampf zwischen jungen Talenten. In Zeiten von Personal Branding und Selbstmarketing inszenieren Mitbewerberinnen und Mitbewerber ihren Erfolg auf diversen Social-Media-Plattformen – und das 24/7. Das kann junge Talente massiv unter Druck setzen. Da bleibt nur wenig Zeit, um das eigene Verhalten zu reflektieren, aus Fehlern zu lernen oder eigene Erfolge auch wirklich als solche anzuerkennen. 

Begleitet mich das Impostor-Syndrom ein Leben lang?

Nein, im Normalfall sind Menschen nicht lebenslang vom Impostor-Syndrom betroffen. Während es zu Beginn der Forschung als unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal angesehen wurde, betrachtet man das Impostor-Syndrom heute als phasenweise Reaktion auf bestimmte Ereignisse. 

Wer ist davon betroffen?

Schätzungsweise sind bis zu 70 Prozent der berufstätigen Menschen mindestens einmal während ihres Arbeitslebens vom Impostor-Syndrom betroffen. Während einige Studien keine geschlechterspezifischen Unterschiede feststellen, geht die amerikanische Impostor-Expertin Valerie Young davon aus, dass Frauen grundsätzlich anfälliger für das Impostor-Syndrom sind. Laut Young sind auch Millennials und Menschen aus der Kreativbranche häufiger betroffen.

Wie erkenne ich, ob ich am Impostor-Syndrom leide?

Grundsätzlich gilt: Nahezu jeder Mensch zweifelt manchmal während des Studiums oder Berufsalltags an sich selbst. Wenn sich diese Selbstzweifel jedoch häufen, kann ein Impostor-Syndrom vorliegen. Wer herausfinden möchte, ob er oder sie vom Impostor-Syndrom betroffen ist, sollte für einige Wochen ein Tagebuch führen und das eigene Verhalten, Fehler und Erfolge reflektieren. Überwiegen bei diesen Aufzeichnungen Angst und Selbstzweifel ohne ersichtlichen Grund, kann ein Impostor-Syndrom nicht ausgeschlossen werden.

Was hilft gegen das Impostor-Syndrom?

Das bereits angesprochene Tagebuch ist ein gutes Mittel, um das Impostor-Syndrom in den Griff zu bekommen. Betroffene sollten sich Erfolge und erreichte Ziele bewusst notieren. Diese Aufzeichnungen können dabei helfen, Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Auch Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden oder den Eltern können Betroffenen die Augen öffnen und sie dabei unterstützen, wieder an ihre eigenen Talente zu glauben. Komplimente und Lob bewusster anzunehmen, kann ebenfalls dabei helfen, das Impostor-Syndrom zu überwinden. Vielfach wird Lob nämlich als Schmeichelei abgetan und nicht als das erkannt, was es eigentlich ist: Die Anerkennung für eine tatsächliche Leistung. 

Sollten sich die psychischen Beschwerden nicht bessern, ist es ratsam, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen und in einem professionellen Rahmen über seine Probleme zu sprechen.

 

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